Windpark Markgrafenwald – „Diskussion versachlichen“

Naturschutzfachliche Einwände gegen die Windanlagen im Markgrafenwald werden geprüft

Waldbrunn. (pm) In der aktuell geführten Diskussion um die Windanlagen im Markgrafenwald auf Waldbrunner Gemarkung melden sich die Grünen im Neckar-Odenwald-Kreis, die Stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Betreuungsabgeordnete, Charlotte Schneidewind-Hartnagel sowie der Naturschutzpolitische Sprecher der Grünen Landtagsfraktion, Dr. Markus Rösler in einer gemeinsamen Presseverlautbarung zu Wort.

Schneidewind-Hartnagel stellt klar, dass es nicht darum gehen könne, Naturschutz gegen Windkraft auszuspielen, sondern darum, gut geeignete, geprüfte Standorte zu finden, die per Gemeinderatsbeschluss unter Berücksichtigung von Einwänden aus der Bürgerschaft getragen werden. Dies sei im Markgrafenwald geschehen.
Zu den vorgebrachten naturschutzrechtlichen Bedenken nimmt Dr. Markus Rösler, der seit langem mit der Thematik vor Ort vertraut ist, wie folgt Stellung: „Der betroffene Wald ist nicht überdurchschnittlich naturnah, deshalb finden sich dort nach heutigem Kenntnisstand keine nachgewiesenen Vorkommen gefährdeter und windkraftsensibler Arten wie beispielsweise Rotmilan oder Uhu.“

Die Beobachtungen von Schwarzstörchen samt öffentlich geäußertem Verdacht von Brutvorkommen des Schwarzstorches im Windkraft-Planungsgebiet müssen durch unabhängige Schwarzstorchexperten überprüft werden. Sollten sich Brutvorkommen bewahrheiten, müsse der Standort neu bewertet werden, stellt Rösler fest.




Nach aktuellen Messungen im Markgrafenwald liegt die Windgeschwindigkeit bei 6,1m/s. Damit hat das Gebiet eine außerordentlich gute Windhöffigkeit, die selbst nach den neuen Plänen der schwarz-rot Koalition im Bund noch nach dem Energie-Einspeise-Gesetz förderfähig wäre.
MdL Charlotte Schneidewind- Hartnagel wünscht sich eine sachliche und auf Fakten begründete Diskussion. Sie bedauert verzerrende Darstellungen unter dem Deckmantel des Natur- und Umweltschutzes zur Verhinderung vom Bau von Windkraftanlagen. Die Energiewende weg von Atom und Kohle, hin zu Erneuerbaren ist ein wesentlicher Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. „Windkraftanlagen sind nicht unsichtbar, weder im Odenwald noch im Schwarzwald noch auf der Schwäbischen Alb. Wer allerdings neben dem Atommeiler Obrigheim gelebt und immer den Ausstieg aus der Atomenergie gefordert hat, kann jetzt nicht beste Windkraftstandorte mutwillig und aus Eigeninteresse in Frage stellen.“

Der Kreisverband von Bündnis 90/ Grünen Neckar-Odenwald- begrüßt die Initiative ihrer Betreuungsabgeordneten zur Versachlichung sehr. Die Kreissprecher Christine Böhm und Hans-Detlef Ott sprechen von einem guten Beispiel grüner Politik des Gehört- Werdens: „Die Fakten werden geprüft und anhand der Sachlage entschieden“. Die Vorsitzende der grünen Kreistagsfraktion Simone Heitz nennt den Interessenkonflikt grüne Herzensangelegenheit: „Der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen hat oberste Priorität, gerade deshalb müssen wir genau hinschauen und je nach Gegebenheiten pro oder contra entscheiden. Verhindern von Windanlagen um jeden Preis bedeutet der Atom- und Kohleverstromung zuzuarbeiten“, gibt Heitz den Gegnern mit auf den Weg.


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15 Kommentare
  1. sinaloe sagt

    Ich bin auch für eine sachliche Diskussion .
    Ich hätte hier ein paar Vorschläge damit mal mehr Sachlichkeit entsteht :
    1.) Windgutachten 6,1 m/s ? Gemessen in halber Windradhöhe nur für ein halbes Jahr und nur an einer einzigen Stelle im Markgrafenwald und nicht mal dem 1000 seitigen Bauantrag beigefügt . Wenn dieses Gutachten so toll ist warum wird es dann nicht der Öffentlichkeit gezeigt ? Ein anderes Gutachten kommt nämlich nur auf 5,2 m / sek.
    2.) Es ist bisher nicht erkennbar über welche Versorgungswege dieser Industriepark überhaupt betrieben werden soll,auf Grund des Widerstandes einiger Waldbesitzer die kein Durchfahrtsrecht geben.
    3.) Ein umfassendes Brandschutzkonzept mit der Beteiligung aller dazu notwendigen Institutionen fehlt.Einziger Hinweis im Bauantrag zum Brandschutz sind 2 Handfeuerlöscher…
    So gäbe es noch etliche Punkte deren Nachfrage sich bei wirklicher erfolgter “ transparenter “ Sachlichkeit “ vielleicht schon geklärt hätten. Um es auch noch einmal zu verdeutlichen wir reden hier von der Errichtung eines großen Windparks mitten in einem Wald.Hektarweise Wald zu roden,kilometerlange Schneisen zu schlagen für die Zufahrten und Flächen zu versiegeln kann doch hier nicht die Lösung sein. Kein Wunder das es inzwischen Buttons gibt mit der Aufschrift “ Rettet den Wald vor den Grünen “ …..

  2. Uwe Krüger sagt

    Als ich vor mehr als 10 Jahren mit meiner Familie aus der Großstadt nach Waldbrunn gezogen bin, haben wir uns bewusst für die landschaftliche Schönheit rund um den Katzenbuckel entschieden. Es gibt im Neckarkreis – ja sogar deutschlandweit – nur wenige Orte, die auf einer kleinen Fläche ein so vielseitiges und harmonisches Naturerlebnis bieten, wie hier im südlichen Odenwald. Rund um den Katzenbuckel präsentiert sich Urlaubern und Bewohnern eine gewachsene Kulturlandschaft, die harmonisch eingebettet ist in urwüchsige naturnahe Wälder.
    Ich wehre mich gegen eine pauschale Diffamierung, die die Gegner des Windparkprojektes zu einzelnen Betroffenen reduziert, die nur an ihre Eigeninteressen denken. Dürfen wir etwa nicht gegen ein Projekt sein, nur weil wir hier wohnen und deshalb automatisch der Vorwurf impliziert wird, dass wir nicht objektiv sein können? Wird die Energiewende wirklich daran scheitern, wenn wir darauf verzichten, unsere Mittelgebirge mit Windrädern optisch zu vermüllen? Es ist traurig, wenn eine basisdemokratische Partei Gegnern des Projektes vorwirft, aufgrund von egoistischen Gründen für ein eventuelles Scheitern der Energiewende verantwortlich zu sein, ganz so als gäbe es nur die Alternative zwischen Atomkraft und Windkraft.
    Ich persönlich bin gegen jede Form von Industrieanlagen auf dem Winterhauch. Aus dem einfachen Grund, weil sie dort nicht hingehören. Da muss ich auch nicht lange nach Argumenten suchen, sondern brauche nur auf mein Herz zu hören. Und warum wird uns die Wind- und Wasserkraft immer als umweltfreundlich verkauft? Die Stauregulierung unserer Fließgewässer gehört zu den größten Umweltsünden der letzten Jahrzehnte. Warum werden nicht alternative, naturverträglichere Formen der Energiegewinnung einschließlich das Einsparen von Energie mehr gefördert? Windräder gehören ins Meer oder entlang von Autobahnen; dorthin wo sie nicht stören oder Landschaft schon entwertet worden ist. Sie gehören nicht in die Schwäbische Alb, den Hunsrück, die Rhön und auch nicht auf den Winterhauch. Für die Realisierung einer solchen “Utopie“ würde ich auch höhere Steuern in Kauf nehmen.
    Natürlich gibt es auch gewichtige Sachargumente, die gegen das Projekt sprechen:
    1. Für den Tourismus im gesamten Neckar-Odenwald-Kreis wären Windräder eine Katastrophe. Niemand möchte wirklich Urlaub in Fußweite von riesigen Windrädern machen. Gleichzeitig würde der Naturpark und das Geotop des Jahres 2013 in seiner Gesamtheit entwertet.
    2. Es ist zwar richtig, dass der Markgrafenwald kein „überdurchschnittlich naturnaher Wald“ ist, aber das Gebiet grenzt direkt an das Naturschutzgebiet “Schwannewald“, das Flachmoorcharakter hat und als potenzielles Brutgebiet für Schwarzstörche in Frage kommt. Außerdem gibt es regelmäßige Vorkommen vom Rotmilan auf Waldbrunner Gemarkung, der Uhu dürfte sich am Vulkansee am Katzenbuckel wohl fühlen und auch der seltene Kolkrabe ist Gast in den Wäldern rund um den Katzenbuckel.
    3. Das Projekt wäre ein Schlag gegen die Bemühungen zur Wiederansiedlung von Wildkatze und Luchs in unseren Mittelgebirgen.
    4. Die Anlage würde zu einer Bodenverdichtung führen mit negativen Auswirkungen auf den Wasserhaushalt im Gebiet. Es ist völlig unklar, wie sich dies auf den Reisenbach auswirkt, einer der wenigen noch naturnahen Mittelgebirgsbäche im gesamten Odenwald.
    5. Das Argument der Gemeinde, dass man dem Windpark zustimmt, um die „Verspargelung der Landschaft“ zu verhindern ist etwas naiv. Es könnte auch sein, dass ein bestehender Windpark von den Lobbyisten als “Eingangstür“ für weitere Windanlagen genutzt wird.
    6. Die gesundheitlichen Auswirkungen von Infraschall sind nicht hinreichend erforscht und bekannt.
    Ich wäre dankbar, wenn die Argumente und Ängste der Gegner des Großprojektes ernst genommen werden und eine wirkliche Abwägung des Chancen-Nutzen-Verhältnisses erfolgt.
    Uwe Krüger, Waldbrunn

  3. Waldbrunner sagt

    Hallo sinaloe,
    die 6,1 m/s sind gemessen auf Nabenhöhe und der Messmast steht schon über ein Jahr. Der Windpark ist ein privates Vorhaben, das gegenüber der Genehmigungsbehörde nicht die Wirtschaftlichkeit nachweisen muss. Warum auch?? Müssen Sie wenn Sie eine Solaranlage auf Ihr Dach bauen, die Wirtschaftlichkeit belegen?
    Welches andere Gutachten?
    2.) Die Zufahrt ist Teil des Genehmigungsantrags und liegt offen.
    3.) Es werden keine Schneisen geschlagen, sondern vorhandene Wege genutzt. Welche Flächenversieglung? Die Fundamente haben Durchmesser von etwa 20 m und lassen die Versickerung von Regenwasser im Randbereich zu. Die Rodungsfläche beträgt 4,2 Hektar für 50 Millionen Kilowattstunden jährlich. Die Rückführung in den Ausgangszustand nach der Betriebszeit ist teil der Genehmigung.
    Der Ausbau der Windenergie ist unerlässlich für die Energiewende. Welche Alternative bieten Sie? Politiker die vor Hysterikern nicht einknicken und eine vernünftige Abwägung ermöglichen sind gefragt.
    Grüße aus Waldbrunn!

  4. Windbrunner sagt

    Da man die Windjahresdurchschnittswerte von 6,1 m/s für das Gebiet aus guten Gründen stark anzweifeln muss, bitten wir um Offenlegung der Messkampagne und deren Ergebnisse bzw. deren Übermittlung im Ganzen. Denn wenn die Werte „so gut“ sind, gibt es ja keinen Grund diese NICHT auch zu veröffentlichen bzw. zur Prüfung zu überlassen! Hierbei müssen auch die Vertikal-Windwerte (Aufzeichnung der gemessenen Turbulenzen am Messmast) beachtet werden sowie die gerätetypischen Werte, das Kalibrierungsprotokoll der verwendeten Anemometer usw.
    Es gibt gute Gründe dafür, von einem Jahreswert von weit unter 6 m/s für einen großen Teil der im Markgrafenwald geplanten Anlagenstandorte auszugehen. Wenn man einen Wert von 6,1 m/s bekundet, sollte man das doch bitteschön auch erst einmal anhand „von Fakten“ belegen. Kann man gleich hier im katzenpfad veröffentlichen oder verlinken! Zwei oder drei Messplätze wären bei der Größe der Planfläche außerdem dringend angezeigt.
    Hat sich wenigstens einer der namentlich und mit blumigen Sprüchen aufgeführten Grünen-Politiker auch nur annähernd damit befasst?

  5. Waldbrunner sagt

    Hallo Windbrunner,
    mich interessiert aus welchen „guten Gründen“ die Windmessung stark anzuweifeln ist?
    Ein Fachmann der IHO hat anhand eines 60 m Messmastes in fast 30 km Entfernung die Windgeschwindigkeit im Markgrafenwald berechnet. Warum sollte das also im 2 km Umkreis des heimischen Messmastes nicht möglich sein?
    Grüße

  6. mh sagt

    Waldbrunner schrieb: „Ein Fachmann der IHO hat anhand eines 60 m Messmastes in fast 30 km Entfernung die Windgeschwindigkeit im Markgrafenwald berechnet. Warum sollte das also im 2 km Umkreis des heimischen Messmastes nicht möglich sein?“ – Wie bitte?
    Hier ein Kurzbericht zur im August 2013 in Auftrag gegebenen Expertise:
    Von Sven Johannsen wurde im Waldbrunner Markgrafenwald nicht gemessen, sondern es wurden meteorologische Daten ausgewertet und analysiert, die sich wie folgt zusammen setzen:
    • Daten aus dem CUBE-Programm
    • aus 80%-ig ergänzten Datenlücken der SAT-Jahres-Messwerten (durch meteorologische Datenbank Windfinder)
    • zusätzlicher Abgleich durch die Rauigkeitseinschätzung des Geländes
    Hierzu erläuterte Johannsen in seinem Vortrag am 17.09.2013 in der Turmschenke, dass auf Basis dieser Datenanalyse (die den Bereich um die projektierten Windkraftanlagen WKA 1 bis 3 betraf) ein Äquivalent von ca. 1780 Volllaststunden ermittelt werden konnte. Ein Jahr hat 8760 Stunden. Somit läge die Effizienz bei ca. 20 %. Dieses Analyse-Ergebnis bezieht sich auf Anlagendaten einer Windkraftanlage, wie sie speziell in Schwachwindgebieten wie dem Odenwald zum Einsatz kommt (Beispiel von Herrn Johannsen hier: Nordex 117).
    Sven Johannsen wies im Vortrag darauf hin, dass es sich bei ca. 1780 äquivalenten Volllaststunden um den untersten Bereich der Wirtschaftlichkeit eines Windparks handle. Hierbei sind noch keine Abschaltzeiten bspw. für Fledermausschutz (allein 15 Fledermausarten sind im Markgrafenwald dokumentiert) oder wegen des Schattenwurfs der Rotoren eingerechnet, die sich zudem – neben weiteren kostenintensiven Aspekten – zu Ungunsten der Wirtschaftlichkeit in einem „Windpark Markgrafenwald“ auswirken würden.
    Allein durch die Subventionierung nach der Windschwachgebiets-Novellierung des EEG im Jahr 2012 könnte ein solcher Windpark für Investoren rentabel sein, weshalb Johannsen in der abschließenden Diskussionsrunde der Veranstaltung eine „private“ Meinung äußerte, wonach der volkswirtschaftliche Nutzen eines solchen Windparks sehr kritisch sei.
    Johannsen verdeutlichte ferner, dass man für eine solide Planung und Abschätzung der Wirtschaftlichkeit auf einem so großen Gelände wie im Markgrafenwald mehr als nur eine Messung, wie es hier bislang gehandhabt würde, vornehmen sollte; korrekt wären mind. zwei, besser drei Messmasten an unterschiedlichen Standorten. Um Messungenauigkeiten ausschließen zu können, sind zahlreiche Faktoren professionell zu beachten, wie Johannsen zu Beginn seines Vortrags ausführte.

  7. mh sagt

    Uwe Krüger schrieb:
    „Ich wehre mich gegen eine pauschale Diffamierung, die die Gegner des Windparkprojektes zu einzelnen Betroffenen reduziert, die nur an ihre Eigeninteressen denken.“
    Danke, Uwe Krüger, für diesen einfach nur vernünftigen Beitrag! Leider wird der Vorwurf, man würde den Naturschutz „instrumentalisieren“, auch einfach mal so von einem Waldbrunner NABU-Vorsitzenden bei einem UBW-Treffen laut ausgesprochen. Als müsste man sich von diesem sagen lassen, ob man in punkto Naturschutz ethisch korrekt oder moralisch irgendwie verwerflich argumentiere. Böse Zeiten!
    Herzliche Grüße, Michael Hahl

  8. Waldbrunner sagt

    Hallo mh,
    das Berechnungsprogramm muss mit Winddaten aus entsprechenden Höhen aus der Umgebung gefüttert werden. Welche hat er denn nun verwendet wenn nicht die von seinem Messmast?
    Was auch immer „80%-ig ergänzte Datenlücken“ sind, zeigen die Satelittendaten, die wohl mit „SAT-Jahres-Messwerten“ gemeint sind allenfalls eine grobe Tendenz. Annähernd die Wirklichkeit zeigt nur die Messung vor Ort, wie hier geschehen.
    Wie auch immer: Die Messung bestätigt den Windatlas des TÜV Süd und verspricht deutlich mehr als die von Johannsen angegebenen Vollaststunden.
    Es gibt keine Subventionierung sondern lediglich eine feste Vergütung von etwa 9 Cent pro Kilowattstunde. Damit ist die Windenergienutzung gerade im Süden, wo kein Leitungsausbau erforderlich ist, volkswirtschaftlich absolut sinnvoll und neben der Wasserkraft die günstigste erneuerbare Energie.
    Gruß

  9. mh sagt

    Bei Fragen vermittle ich gerne den Kontakt zu Herrn Johannsen. (Viele Fragen hätte man direkt beim Vortrag im September 2013 in der Turmschenke klären können.) Einfach Mail an mich und ich leite Unklarheiten an den Fachmann weiter, die sich dann sicher leicht aufklären lassen. – Der Windatlas gibt lediglich „Suchräume“ vor, die durch Messungen weiter geprüft werden müssen. Nur eine Messung auf einem so großen Gelände wie dem Mgrw. reicht nicht aus. Die Vollaststunden liegen im Schwachwindgebiet Odenwald bzw. in ganz Baden-Württemberg m.W. zwischen 13 und 20 %, weit darüber geht es nirgends, im Odenwald schon gar nicht. Sollte eine andere Meinung dazu bestehen, bitte belegen, um es nachprüfen zu können. Die 6,1 m/s für den Mgrw. sind m.W. nur ein Zwischenwert, nicht das im Bereich Felsenhaus gemessene Jahresmittel. Rauigkeit des Geländes u.a. Faktoren verändern die Windgeschwindigkeit auch relativ „kleinräumig“ (horizontal und vertikale Abweichungen). Sollte dies, was ich schreibe, in Ihren Augen nicht zutreffen, bitte einfach die Datenreihe der Messung Mgrw. (Nähe Felsenhaus) veröffentlichen, dann lässt sich alles weiter prüfen.

  10. Waldbrunner sagt

    Guten Morgen,
    wenn Sie mich weitervermitteln wollen, gehe ich davon aus, dass Sie selbst nicht verstehen, was Sie oben geschrieben haben.
    Ein Messpunkt reicht aus um die Windgeschwindigkeiten an allen potentiellen Standorten mit ausreichender Sicherheit bestimmen zu können. Der Messmast misst schon über ein Jahr, also kein Zwischenwert.
    Das kann ihr Herr Johannsen selbst nachprüfen indem er die gemessenen 6 m/s in sein Programm eingibt und sich die Volllaststundenzahl einer Schwachwindanlage berechnen lässt. Die Frage ist dann allerdings ob Sie ihn noch bezahlen wollen, wenn er statt Gegenwind zu schüren, die Wirtschaftlichkeit bestätigen muss.

  11. mh sagt

    Wer auch immer Sie sind, da würde ich Ihnen oder den Banken jedenfalls empfehlen, sich mal mit (nicht „unserem“, sondern stets neutral begutachtenden) Herrn Johannsen aus Birkenau in Verbindung zu setzen. Sollte man wirklich auf ergänzende Werte aus Balsbach zurückgegriffen haben, wäre dies nach meiner Kenntnis zu weit entfernt, um dies auf die Windstärke im Mgrw. anwenden zu können. – Aber stimmt, dafür bin ich nicht der Fachmann, und deshalb haben wir uns an einen gewendet, der sein Handwerk versteht und etliche Investoren und Projektieren schon beraten hat.
    Und nun gestatten Sie, dass ich mich aus diesem Magazin mal wieder für einige erholsame Wochen zurückziehe. Danke für ernsthafte Diskussionsansätze, für all diejenigen, die respektvoll und sachlich blieben; allein das ist schon viel wert und leider selten genug!
    Einen schönen Abend noch, Michael Hahl

  12. Vogelsberger sagt

    Der Fachmann Herr Johannsen aus Birkenau sollte doch nochmal sein Fach etwas lernen. Bei uns trat er als Fachmann pro Windkraft auf. Die Sprüche um die Nichtfachleute einzufangen waren schon beachtlich. Es war richtiger Blödsinn was er verbreitet hat. Er hat Daten eines Windparkes in 30 km Entfernung oder Wetterdaten von der Wasserkuppe in 70 km Entfernung zur Berechnung verwendet. Auch kommt immer gut an – wir messen mit Lidar. Auch vertikale Windräder werden gerne als das beste Windrad dargestellt. Wenn es nicht mehr weitergeht werden die Leute gerne mit Rechnungen im sehr hohen Bereich eingeschüchtert.
    Ich halte das Messverfahren mit einem Mast über ein Jahr gemessen für das beste Verfahren um ein Gefühl für die Windstärke zu bekommen. Alle anderen Aussagen sind Schwachsinn !
    Grüße an Herrn Johannsen und Schuster bleib bei deinen Leisten !

  13. Waldbrunner sagt

    Bei uns bot Herr Johannsen ein ähnliches Bild. Man wurde mit einer Fülle an undifferenzierten Aussagen und einer verzerrten Realität überschüttet.
    Im eine vertikale Achse drehende kleine Windräder sollten die Lösung sein, wobei diese etwa das vierfache Kosten wie konventionelle Windräder, aber nur etwa die Hälfte an Ertrag bringen. Gleichzeitig wurde aber schon die Wirtschaftlichkeit der konventionellen Windräder stark angezweifelt.
    Zu guter letzt wurde eine Ertragsprognose für den Markgrafenwald vorgestellt. Nach Abschluss der einjährigen Messung Nähe Felsenhaus und Vorstellung im Gemeinderat zeigt sich, dass Herr Johannsen mit seiner Ertragsprognose um gut ein Drittel daneben lag. Ich würde mir nun nicht erlauben dem von fanatischen Gegnern bezahlten Johannsen eine Absicht zu unterstellen.
    Auch ich würde mir wünschen wenn Herr Johannsen, der eigentlich Unternehmensberater ist, bei seinen Leisten bleibt um diese Bauernfängerei auch in unseren Nachbarkommunen zu beenden.

  14. mh sagt

    Ist das ein Mobbing hier … Standort Augstel und Standort Steinerner Tisch ergeben unterschiedliche Windstärken, das wäre eine der Kernaussagen, und die ist bislang nicht widerlegt. Wenn ich jeden, der bisher in punkto Windkraft-Planung fragwürdige Arbeit gemacht hat (i. Ggs. z. Johannsen), so durch den Schlamm ziehen würde, wie es hier passiert, wäre es die reinste Schlammschlacht; ist aber nicht meine Art.
    Schauen Sie mal hier in die aktuelle Wirtschaftswoche http://www.wiwo.de/inhalt-wirtschaftswoche-ausgabe-06-2014/9412480.html, wenn Sie den bisherigen Fakten nicht glauben wollen.
    (…)
    Bis bald mal wieder! mh

  15. Waldbrunner sagt

    Wieso Schlammschlacht? Stimmt etwas nicht an dem geschriebenen?
    Eine Prognose die um ein Drittel daneben liegt ist nicht fragwürdig?
    Welche bisherigen Fakten?
    Dass an Standorten im Augstel nicht exakt die selben Windverhältnisse sind wie am Messmast wurde auch von keinem bestritten. Um diese Abweichungen zu berücksichtigen sind diese Berechnungsprogramme da. Diese sind aber nur im Umkreis von wenigen Kilometern um einen ausreichend hohen Messmast annähernd genau und nicht bei Winddaten von einer 30 oder gar 70 km entfernten Messstelle.
    Was mich ärgert ist, dass Herr Johannsen schlicht mit den Ängsten der Anwohner und unwissenschaftlichen Windprognosen Geld verdient.

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