Verhindert Schwarzstorch den Windpark Markgrafenwald?

Waldbrunn. (pm) Wie die Initiative Hoher Odenwald heute in einer Pressemitteilung erklärt, habe man durch konsequente, fachlich hochwertige und harte Arbeit den Nachweis einer erfolgreichen Schwarzstorchbrut im Restriktionsgebiet des projektierten Windpark-Geländes im Markgrafenwald, vorab dokumentiert durch ein Foto, das der IHO vom deutschlandweiten Schwarzstorch- und Greifvogelspezialisten Carsten Rohde zur Verfügung gestellt wurde.

Rohde erarbeitet derzeit ein Gutachten im Auftrag der IHO, wobei relevante Großvogelarten rund um das Planungsgebiet erfasst und insbesondere für zwei windkraftsensible Arten die Raumnutzung innerhalb des Einzugsbereiches der Windenergieanlagen-Planung kartiert werden. Er entdeckte und dokumentierte im Rahmen dieser Tätigkeit auch das im Bild gezeigte besetzte Nest mit drei Schwarzstorch-Jungen. Carsten Rohde gilt als absoluter Experte in Sachen Schwarzstorch; auf sein Urteil und seine Einschätzung hört ganz Deutschland.




Neben dem fotodokumentierten Schwarzstorchnest hält die IHO inzwischen mehrere Revierpaare des Schwarzstorchs im direkten Umfeld des Projektgebiets sowie intensive Flugbewegungen über den von Reisenbach und Höllbach umgebenen Bergrücken Markgrafenwald und die nordöstliche Verlängerung, dem Augstel, für eindeutig belegt. Hinzu kommen laut IHO signifikante Dokumentationen weiterer windkraftrelevanter Großvögel. Das von den Windpark-Gegnern in Auftrag gegebene Rohde-Gutachten wird in den nächsten vier Wochen abgeschlossen sein und dann direkt an die Naturschutzbehörden sowie an die Vertreter der Naturschutzverbände gesendet.

Zudem werden von der IHO seit März 2014 zahlreiche Schwarzstorch-Sichtungen jeweils mit Datum, Uhrzeit, Flugrichtung, Namen der Augenzeugen usw. in eine avifaunistische Datenbank eingegeben.

Darüber hinaus weist die IHO darauf hin, dass ein von der “Windpark Markgrafenwald GbR” in Auftrag gegebenes Rohde-Gutachten auf Basis einer Raumnutzungsanalyse im April 2014 den Auftraggebern seit fast zwölf Wochen vorliege, doch von den Investoren nach aktueller Kenntnis nach wie vor nicht den Naturschutzbehörden oder den Naturschutzverbänden, geschweige denn der bürgerschaftlichen IHO zur Kenntnis weitergereicht und somit unter Verschluss gehalten werde. 

Schwarzstorch Markgrafenwald IHO

(Foto: pm)


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25 Kommentare
  1. Schwarzstorch sagt

    Schwarzstorchbrut im Markgrafenwald nachgewiesen ……
    ….. und was bedeutet das jetzt?

    1. jh sagt

      Erstmal gar nichts. Kommt wohl auf den Abstand zu den Anlagen an.

  2. mh sagt

    Interessant, dass das „erst mal gar nichts“ heißt. Gut, dass der Redakteur Bescheid weiß! Gibt es zufällig eine fachliche Quelle für die Antwort „erst mal gar nichts“?

    1. jh sagt

      Ja, was bedeutet es denn sonst.
      http://www.aachener-zeitung.de/lokales/eifel/nabu-auch-der-schwarzstorch-kann-den-windpark-nicht-verhindern-1.394991
      und hier die Info zu den drei Kilometern, die als Abstand zu den einzelnen Anlagen eingehalten werden müssen. Es kann daher sein, dass es ein, zwei Standorte betrifft und zehn andere dennoch gebaut werden.
      http://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/themen/monitoring_vogelschutzwarten/WEA_Abstandsempfehlungen_LAG_VSW_Mai_08.pdf
      Außerdem bedeutet es erst einmal gar nichts, weil das bei den entsprechenden Stellen nicht vorliegt.
      Im Januar hat der gleiche Experte übrigens nichts gefunden:
      http://www.katzenpfad.de/?p=120674
      Und das war´s dann. Denn mit mh diskutiert sich schlecht bis gar nicht.

  3. mh sagt

    Im Januar wurde eine vorgegebene Auswahl von Horsten vom genannten Experten kontrolliert, die sich nicht als Schwarzstorchhorste erwiesen. Die Auswahl war willkürlich zusammengestellt, denn die Suchräume deckten nicht einmal die Hälfte des rechtlich vorgegebenen Restriktionsgebiet ab. Im März/April führte dieser Fachmann eine Raumnutzungsanalyse durch, um aus Flugbewegungen schließen zu können, ob es Revierbesetzungen des Schwarzstorchs im Raum Markgrafenwald u. Umgebung gibt; dieses Gutachten wird seither unter Verschluss gehalten. Wann wird es den Behörden vorgelegt? Unser eigenes bei diesem beauftragtes Gutachten wird in ca. drei-vier Wochen den Naturschutzbehörden überreicht und zeigt schon jetzt, dass es mehrere Revierpaare gibt; in einem Fall wurde der Bruterfolg vorab dokumentiert.

  4. sinaloe sagt

    Das heißt es ist das K.O. für den Windpark .
    Ein 3 km Radius kann ornithologisch nicht als
    Kriterium herangezogen werden da die Überflüge über den Markgrafenwald verbunden mit dem dortigen Nahrungshabitat ausschlaggebend sind . Auf Grund seiner Bachläufe und seiner Thermik wird dieser Bergrücken sehr stark frequentiert und nach derzeitigen naturschutzrechtlichen Kriterien ist ein Windpark somit dort nicht genehmigungsfähig.Das ist auch der Grund weshalb die Markgrafen GBR das schon seit April vorliegende Gutachten unter Verschluss hält .

  5. Don Quichotte sagt

    Dann wollen wir mal hoffen das uns der Schwarzstorch noch lange erhalten bleibt und sogar noch ausbreitet.
    Aber wahrscheinlich kommt jetzt noch ein Gegengutachten.

  6. Anwohner sagt

    Hallo IHO,
    bei der Abwägung halte ich für besonders wichtig was die Alternative zu den Windrädern ist. Die Windenergie wird dringend gebraucht um die fest verankerten Klimaziele und den Atomausstieg zu schaffen. Wie sieht es mit dem Artensterben aufgrund des Klimawandels aus? Kommt der Windkraftausbau im Süden nicht voran müssen zudem Schneißen für neue Hochspannungsleitungen quer durch das Land geschlagen werden. Auch dort leben Tiere. Sie möchten ja sicher dass auch noch lange weiter Strom aus der Steckdose kommt nachdem Sie den Windpark „verhindert“ haben.
    Hier mal ein Link zu einer Initiative gegen den Braunkohletagebau in Brandenburg.
    http://www.braunkohle-tagebau.de/
    Ich bin mir sicher wenn Sie zu den Leuten gehörten die dort Zwangsumgesiedelt werden, würden Sie anders denken.
    Und meinen Sie der Braunkohlebagger hält an weil ein Vogelnest auftaucht. Uran wird auf die gleiche Weise gewonnen, wenn auch in anderen Ländern.
    Ob Sie Ihrem Ziel, der „Verhinderung einer Windindustrieanlage“, wie man es in jeder Ausgabe des Amtsblattes lesen kann, durch die vorgeschobene Sorge um den Schwarzstorch näher kommen ist fraglich. Zwischen den Rotoren der Anlagen sind jeweils Abstände von fast 400 m. Die vom Schwarzstorch genutzen Bachläufe befinden sich im Tal und nicht auf dem beplanten Bergrücken. Selbst wenn es tatsächlich ein Horst im 3 Kilometerumkreis einzelner Standorte gibt, ist das kein Tabu. In Abstimmung mit einem objektiven Biologen können Anlagen verschoben werden und eventuell auch einzelne entfallen. Bei der geplanten Anzahl von 12 Stück wäre das denke ich vielen, wie auch mir, nicht unrecht wenn es am Ende doch ein oder zwei weniger sind. Im Rahmen der vorgeschriebenen Ausgleichsmaßnahmen kann neuer (noch geeigneterer) Lebensraum für den Schwarzstorch geschaffen werden.
    Grüße

  7. Mini Max sagt

    Ich denke jetzt wäre es an der Zeit, ein neuer (noch geeigneter) Platz für die Windkraftanlagen zu suchen.
    Der Schwarzstorch ist nun mal da. Und er ist geschützt.

  8. mh sagt

    Anwohner, Sie sprechen Dinge aus, als würden Sie sich auskennen, aber die wenigen Absätze sind gespickt mit bedenklichen Informationen. Wo soll man anfangen? Beginnen wir mit dem Lebensraum: Wir haben hier nun nachgewiesenermaßen einen absoluten Top-Lebensraum für Schwarzstörche und zudem viele andere geschützte Großvögel (Anhang 1 Arten der europäischen Vogelschutzrichtlinie usw.). Es gibt in der unmittelbaren Umgebung des Markgrafenwaldes allein mindestens vier Schwarzstorch-Revierpaare (alle im sog. Restriktionsgebiet). Unser Raum ist, wie es aussieht, in Baden-Württemberg eines der größten Dichtezentren dieser EU-geschützten und windkraftrelevanten Art. Nicht nur die Bachtäler, auch die Bergrücken, hier insbesondere der Markgrafenwald als Mittelpunkt eines Bach-Wald-Komplexes werden tagtäglich von dieser geschützten und nach wie vor seltenen Vogelart überflogen; dazu kommen wie gesagt andere windkraftsensible Arten. – Nun kann man sich zwar auf den Standpunkt stellen: Warum soll man ein paar große Vögel schützen; so klingt es bei Ihnen unterm Strich durch, auch wenn sie das nicht offen sagen. Doch es gibt ein Artenschutzrecht und ein Bundesnaturschutzgesetz, außerdem gibt es Verpflichtungen von EU-Staaten. Und es ist gut, dass es diese Rechte der Natur noch gibt. Auch am Beispiel Windpark Markgrafenwald wird sich nun zeigen müssen, ob der Artenschutz in Deutschland noch etwas wert ist! Wenn hier, in so einem nachweibar hervorragenden Biodiversitäts-Hotspot, auch nur eine WEA hinkommt, trotz der artenschutzrechtlichen Situation, dann können wir den Artenschutz in Deutschland zu Grabe tragen. Es wird hoffentlich genug Menschen geben, die sich gegen solche Machenschaften positionieren!
    Was Sie über Ausgleichsmaßnahmen schreiben, ist in diesem Fall fachlicher Unsinn: Fragen Sie die artespezifischen Experten (die Sie sicher objektiv beraten) und Sie werden darüber Klarheit haben.
    Doch darum, um fachliche Klarheit, geht es Ihnen und Lobbyisten Ihres Schlags offensichtlich nicht. Und dummdreiste Bemerkungen wie „vorgeschobene Sorge um den Schwarzstorch“ können Sie von mir weiter verbreiten, weil es offenbar mit ihrem Niveau einhergeht, wie auch das ewige Geschwurbsel vom Sankt-Florians-Prinzip. Es wird Menschen wie Ihnen niemals etwas anderes dazu in den Sinn kommen, deswegen braucht man über solche völlig eingefahrenen Sichtweisen gar nicht erst zu diskutieren. Da greifen bei Ihnen offenbar fundamentalistische Gedankengänge.
    Was die Kohle angeht: Da muss man sich auch fragen lassen, warum gerade jetzt – in Zeiten der „Energiewende“ – die Kohle einen Boom erfährt. Die Antwort ist, dass fluktuative wie Windenergie keine Dauerverfügung leisten können un dass gerade deshalb Schattenkraftwerke erforderlich sind; deshalb kommen wir gerade zurück zur Kohle. Die CO2-Emission ist übrigens aktuell das zweite Jahr in Folge auf einem Höchststand. In Zeiten der Energiewende! Überlegen Sie mal ganz genau, wie die Zusammenhänge zwischen Windkraft und Kohle sind, dann kann man weiter sprechen. Und wenn Sie sich mal ernsthaft mit dem Pro und Contra dieser momentanen Form der Energiewende befassen wollen, dann schauen Sie bspw. mal in das neue Buch von Herrn Schmidt-Bleek, und Sie werden weitaus mehr dazu in Erfahrung bringen. Es gibt etliche Lügen und Dummheiten, die sich als grünes Wachstum verkaufen lassen; hierzu gehört auch die Windenergie in Schwachwindgebieten und dazu auch noch in den Top-Lebensräumen. Statt sich selbst und andere an der Nase herum zu führen und nur vermeintliche Besserungen in Bezug auf Klima und Co. zu erzielen, muss man die Gesamtbilanz der Produkte betrachten, auch der verbrauchten Natur, dann erst zeigt sich die Entwicklung in einem wahren Licht; eine ehrliche und hochwertige Politik müsste schleunigst eine Ressourcenwende einleiten, aber nicht durch eine fehlgeleitete Energiewende nur noch immer mehr Ressourcen verbrauchen. Selbst der Emissionshandel wird durch die jetzige Form der deutschen Energiewende unterwandert. Es ist absurd!
    Solche Entwicklungen wie im Markgrafenwald tragen nichts, aber auch gar nichts Positives zu einem „Klimaschutz“ bei. Die Naivität von Ihresgleichen, oder der ideologisierte Lobbyismus, je nach dem, schreien zum Himmel.
    Zurück zum Artenschutz: Einer der Hauptgründe, warum tagtäglich Arten aussterben, ist die Zerstörung von Lebensraum. Und keineswegs durch Klimawandel, sondern durch Flächenverbrauch: Baumaßnahmen, Industrialisierung, Zersiedelung usw. usf. Neuerdings gesellt sich die Windenergie massiv zu diesen zerstörenden Faktoren hinzu. Was man nun im Deckmantel einer scheinbar positiven Windkraftnutzung hier – bei uns – vorantriebt, ist Lebensraumzerstörung pur!!! Wenn Sie dafür eintreten wollen, tun Sie das! Wir dagegen werden alle Mittel und Wege beschreiten, um solche Absurditäten zu verhindern – zugunsten geschützter Arten wie dem Schwarzstorch!

  9. mh sagt

    Zu Don Quichotte: Ob ein „Gegengutachten“ kommt, sei mal dahingestellt. Und wer sollte das leisten? Man weiß von Schwarzstorch-Experten Deutschlands, dass sie die Anfrage, ein „Gegengutachten“ gegen die Rohde-Fakten anzufertigen, definitiv abgelehnt haben. Auf jeden Fall gibt es unumstößliche udn objektive Fakten zur Raumnutzung der ca. vier Schwarzstorch-Revierpaare im betreffenden Planungsgebiet. Normalerweise würde dies artenschutzrechtlich jedes Bauprojekt zu Fall bringen. Dass es dennoch Tendenzen gibt, diesen glasklaren Faktenstand, der auch von keinem „Gegengutachten“ in Frage gestellt werden könnte, zu umgehen, das zeigt, wie es um das Artenschutzrecht in Deutschland mittlerweile bestellt ist. Ausgleichsmaßnahmen werden von objektiven Experten abgelehnt; die jetzt folgende Fragerei, ob windkraftrelevante Schwarzstörche denn überhaupt durch WEA gefährdet seien, scheint makaber. Die Konfrontation mit dem Tötungstatbestand gem. § 44 BNAtSchG steht im Raum und soll von manchen weggeredet werden. Lasst uns hoffen und dafür kämpfen, dass die Natur nicht mit Stiefeln getreten wird, wie es sich hier leider anzubahnen scheint. Ich hoffe sehr, dass sich auch die „Anwohner“ aus dem NABU Waldbrunn klar und entschlossen letzten Endes für das Bundesnaturschutzgesetz entscheiden – und nicht dagegen oder mit fragwürdigen Kompromissen! Natürlich sind auch eine artenschutzrechtliche Klage und eine EU-Beschwerde gangbare Wege, die von der IHO notfalls so umgesetzt werden; wer im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung auf der Seite des Naturschutzes stehen will, sollte JETZT Farbe bekennen.

  10. vater sagt

    Die IHO-Mitglieder sind bisher nie als Arten- oder Naturschützer in Erscheinung getreten, daher mag an der Lauterkeit der Motivation pro Schwarzstorch durchaus der ein oder andere Zweifel angebracht sein.
    Ich bin übrigens dafür, gegen Schwarzstorch für Mensch zu agieren. Es sind in der Evolution unendlich viele Arten ausgestorben, dass man auf eine weitere durchaus verzichten mag.
    Ohne Energiewende wird der Lebensraum meiner/unserer Kinder nämlich irgendwann zerstört sein. Was nutzen dann Störche?
    Mit Atomkraft, die einzige Option, sterben dann wieder verstärkt Menschen an Leukämie, darunter sehr viele Kinder.
    Das abzuwägen scheint die Notwendigkeit, nicht der Eigennutz der IHO.
    Ein betroffener Vater.

  11. Karl Schuster sagt

    Bravo an mh!!!
    Ich habe mir alles durchgelesen und stehe voll und ganz hinter ihrem Kommentar.
    Bin übrigens Tourist der zweimal im Jahr nach Waldbrunn kommt. Wenn die Windräder kommen mache ich dann Urlaub in Schwarzach.(Kurtaxe gespart)

  12. pb sagt

    auf solche touries verzichten wir gerne

  13. Michael Hahl sagt

    @ Vater: Meine Güte, welche Welt wollen Sie Ihren Kindern hinterlassen? Eine Welt, die achtlos und zerstörerisch mit unseren Mitgeschöpfen umgeht? Ist es das, was uns Menschen ausmacht? – Ein Zitat des erwähnten Frdr. Schmidt-Bleek: „Nachhaltiges Handeln erfordert … eine kluge Beachtung der Gesetze der Natur, und nachhaltiger Umweltschutz bedeutet die Erhaltung der lebenswichtigen Leistungen und Funktionen der Natur.“
    Energiewende – schön und gut; die kann aber nur, wenn sie wirksam sein soll, mit einer Ressourcenwende einher gehen. Mehr noch: eine Kulturwende. Und die muss zu einem neuen Einklang zwischen Mensch und Natur führen. Das ist meine Ansicht; und wenn Sie es anders sehen müssen, dann machen Sie das so, aber ersparen Sie uns wenigstens lügenhafte Ausagen wie in Ihrem ersten Satz: Woher wollen Sie so etwas denn beurteilen? – Bei solchen Äußerungen kann man nur noch den Kopf schütteln. Leben Sie wohl!
    Und zum vorläufigen Ende meiner Beiträge wünsche ich allen hier: Bekennt Farbe! Natur zerstören oder Natur bewahren. Das ist die Frage. Und wenn Energiewende respektlos unsere Natur zerstört, dann ist es eine falsche Form von Energiewende, dann muss man bessere Lösungen finden. Für uns und für unsere Kinder. Ende!

  14. Anwohner sagt

    Sehr geehrter mh,
    bei vielen Ihrer Aussagen stellt sich die Frage nach dem warum. Eine Aussage macht noch kein Argument. Leute die hier etwas eintragen was Ihnen nicht passt als Lobbyisten, naiv usw. zu bezeichnen macht Ihre Argumente ebenfalls nicht besser.
    Warum die Kohle einen Boom erfährt ist ganz einfach. Die CO2-Zertifikate sind nach wie vor lächerlich günstig. Zudem wird diese stark subventioniert. Vor einigen Wochen wurde erneut eine Lösung gefunden, wie man den Tagebau weiterhin von der EEG-Umlage fast vollständig befreien kann. Die Lösung war dass die Energieriesen den Energiebedarf der Tagebaustätten als Eigenverbrauch anmelden können. Deutlich teurer ist noch die Versicherung, 10.000 Generationen Endlagerung und Rückbau der Kernkraftwerke. Fragt sich wo hier die Lobbyisten arbeiten. Gleichzeitig sorgt der niedrige Börsenpreis für einen starken Anstieg der EEG- Umlage und zeitweise Überschüsse an Strom werden zu Billigpreisen ins Ausland verkauft. Wie Sie schon sagten: Absurd! Leidtragende sind private Verbraucher, die Klimaziele und das nicht von der EEG-Umlage befreite Gewerbe, sowie Betreiber von flexiblen im Moment eingemotteten Erzeugungsanlagen wie Gasturbinen. Diese könnten zusammen mit der Windkraft Grundlast erzeugen und Kohlestrom ersetzen. Mit Kohle- und Kernkraftwerken kann schwankende Windstromerzeugung kaum ausgeglichen werden, da diese viele Stunden bis Tage zum Anlaufen brauchen. Die Schattenkraftwerke werden z.B. in kalten Wintermonaten eingesetzt.
    Gerade die Windkraft im Süden ist besonders wichtig, da diese günstigsten Strom ohne staatliche Subvention für nur etwa 8,5 Cent pro kWh direkt dort erzeugt wo auch der Verbrauch am höchsten ist. Würde der subventionierte Kohlestrom nicht den Strompreis an der Börse in den Keller drücken entstünde bei dieser Vergütung nicht einmal EEG-Umlage.
    Welche Kulturwende streben Sie an??
    Was soll eine Ressourcenwende sein???
    Ohne den zügigen Ausbau der erneuerbaren haben wir die: Von der Kern- zur Kohlekraft. Beim dritten Absatz würde ich vorschlagen dass hier der Schuster bei seinen Leisten, bzw. der Geologe bei seinen Steinen bleibt, da es immer wieder Leute gibt die diese verzerrte Wirklichkeit ungefiltert aufnehmen.
    „Keineswegs Artensterben durch Klimawandel“?:
    http://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Artensterben
    Der Schwarzstorch ist zum Glück nicht vom Aussterben bedroht und wurde sogar im Jahr 2007 von der roten Liste genommen. Jahr 1970: 35 Brutpaare, Jahr 2000: 480 Brutpaare. Konzentration vorwiegend in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, wobei sich nachträglich bereits Schwarzstörche in nur 700 m Abstand zur nächsten Windkraftanlage angesiedelt und erfolgreich gebrütet haben. Nach dieser Quelle sieht es so aus als ob sich der Schwarzstorch hauptsächlich in Mitteldeutschland und im Norden konzentriert. Dort wo auch die meisten Windräder stehen.
    http://www.dda-web.de/downloads/texts/adebar/adebar1_komplett.pdf
    Die Windenergie ist die Energieerzeugungsart mit der niedrigsten Flächeninanspruchnahme, Receycelbarkeit und mit nur 9 Monaten Betrieb zur Erzeugung der Energie die zur Erringung nötig war auch die klimafreundlichste.Der Beitrag zum Klimaschutz im Markgrafenwald sind über 50 Mio kWh jährlich bei einer Flächeninanspruchnahme von 4,2 Hektar.
    Die IHO hatte von Beginn an zum Ziel den Windpark zu verhindert. Dazu wurden alle möglichen haarsträubenden Argumente aufgefahren, inklusive einem Unternehmensberater der sich als Windkraftexperte verkauft und ein „Windgutachten“ vorgestellt hat, das nach Ende der realen Messung grob daneben lag. Absicht? Der Schwarzstorch ist nun Ihre „letzte Chance“
    Vor Ihrer Gründung stand Bürgerbeteiligung und Reduzierung der Anlagenanzahl und weitere Maßnahmen zur Bürgerverträglichkeit im Mittelpunkt.
    Grüße

  15. waldbrunner sagt

    Jawoll Anwohner, das sehe ich genau wie sie. Der schwarzstorch ist nur eine vorgeschobene ausrede. Da geht es nicht um Tier oder Artenschutz, sondern nur weil manche wohl nicht persönlich von den planern gefragt worden sind, sind diese nun eingeschnappt und meinen mit ihrem lächerlichen aufstand etwas zu verhindern zu können. Da brauch ein mh auch nichts von Zukunftsplanung erzählen. Mit seiner Denkweise sieht er meiner Meinung nach nur von den Augen bis zur eigenen Nase und wieder zurück. Aber etwas das weiträumiger und sinnvolles ist von dieser Seite noch nie gekommen.
    Lieben Gruß aus Waldbrunn.

  16. Bayer sagt

    Ich frag mich nur warum in waldbrunn nichts vorangeht, plötzlich gibt es schwarzstörche!! Die ganze zeit war davon nichts zu hören. Was hat waldbrunn schon zu bieten? Wenn ich daran denke an die jahrhundertbaustelle katzenbuckel therme !! Und sonst ?? Woher soll sonst strom kommen, wenn keiner die atomkraft will ?? Haben alle die hier negativ schreiben jemals einen windpark besucht, und waren davor gestanden?? Es gibt gegende wo es mehr windparks gibt und die landschaft mehr Tourismus hat wie waldbrunn, denkt mal darüber nach und redet nicht alles gleich so schlecht !!

  17. Don Quichotte sagt

    ..und die neueste Touristenattraktion “ 12 Windräder im Markgrafenwald“, tägliche Führungen um 11 und 14 Uhr inklusive 1 Dose Ökostrom…

  18. joe sagt

    Super, Windräder als Touristenmagent? Das wäre ja das allerneuste.
    Hier gibts einen interessanten Artikel zu lesen:
    http://www.br.de/nachrichten/unterfranken/rannungen-urspringen-defizitaere-windanlagen-stadtwerke-erlangen-100.html
    Soviel zur Wirtschaftlichkeit und Glaubwürdigkeit von Windgutachten.
    http://www.marktspiegel.de/nuernberg-sued/lokales/aus-fuer-den-windradpark-buergerentscheid-erfolgreich-d7418.html
    Vieleicht sollte man bei uns sowas auch machen.
    Gruss
    Joe

  19. Joe sagt

    Ein Versuch die Windradromantiker auf den Boden der Realität zurückzuholen.
    http://www.bi-holzhausen.de/index.php/home/holzhausen-nach-dem-29-01-2014/bilddokumentation.html
    Gruss
    Joe

  20. Zweifler sagt

    Wo kommen plötzlich diese ganzen schwarzstörche her, die der gleiche Gutachter im Winter nicht gefunden hat? Bereits damals war die iho einbezogen und hat eine Vielzahl angeblicher Horste genannt.
    Ein Vierteljahr später ist der Markgrafenwald plötzlich voller Schwarzstörche!!!
    Welche Horste wurden dem Gutachter von der iho ursprünglich gezeigt? Wollte man damals gar nichts finden? Um nun behaupten zu können, dass etwas zurückgehalten werden soll?
    Sehr fragwürdig – so oder so. Warum Herr mh haben sie im Winter keine richtige Horste gezeigt?
    Darf der Gutachter brütenden Schwarzstörchen so bei der Aufzucht stören? Wurde ein kurzfristiges Ansiedlungsprogramm betrieben?
    Spielt da jeder mit gezinkten Karten?

  21. tb sagt

    Habe vor ein paar Wochen selbst einen Schwarzstorch oberhalb des Sportplatzes in Strümpfelbrunn gesehen.
    Also, wenn man Schwarzstörche im späten Frühjahr oder Sommer bei uns sieht, dann sollten Horste oder Brutplätze nicht so weit weg sein.
    Das Foto entstand von der L524 aus.

  22. Michael Hahl sagt

    An den namenlosen Zweifler und interessierte Mitleser: Sie können das alles auf der Website http://www.hoher-odenwald.de unter „Weblog“/Startseite nachlesen; die Entwicklung wurde immer aktuell dokumentiert. Aber um es hier nochmal in aller Sachlichkeit zu beantworten: Es gab zunächst (2012) ein avifaunistisches Gutachten im Auftrag des Büros Simon, wiederum beauftragt von der Windpark Markgrafenwald GbR, das leider in Bezug auf die Sst.-Bestände offenbar zu fehlerhaften Ergebnissen kam (auch zum Rotmilan war die Studie übrigens nicht ausreichend, worauf der Greifvogel-Spezialist U. Mammen später hinwies). Parallel zeigte ein Schwarzstorch-Regionalkoordinator der Ornithologischen Gesellschaft Baden-Württembergs (Fr. Laier), dass allein die Einträge auf ornitho.de in den letzten Jahren auf signifikante Schwarzstorch-Vorkommen im betreffenden Gebiet hinweisen; das deckte sich auch mit einer frühen darstellung des NABU Eberbach. Nun konnte die Frage lange nicht geklärt werden, ob die Sst. unseren Raum „nur“ als Nahrungsrevier nutzen, oder ob es hier auch Brutreviere gibt. Die IHO fasste in einer weiteren Stellungnahme im Dez. 2013 Hinweise auf Bruthabitate zusammen. Parallel hat das von der Windpark Markgrafenwald GbR beauftragte Büro Simon einige Horstkontrollen in die Wege geleitet. Wie wir auf einer Karte mit den dafür angesetzten Suchräumen einsehen konnten, war hier jedoch nur ein Teilbereich des rechtlich abzudeckenden Restriktionsgebiets rund um projektierten WEA-Standorte abgedeckt. Parallel hat die IHO im Winter 2013/2014 damit begonnen, ebenfalls im Gelände nach Großhorsten zu suchen. Einige sehr große Nster kamen als pot. Schwarzstorch-Horste in Frage; diese wurden den Naturschutzbehörden genannt. Um Klarheit zu dieser Zufalls-Auswahl an Großhorsten zu bekommen, wurde behördlicherseits einer der deutschlandweit angesehendsten Schwarzstorch-Experten, Herr Rohde, hinzugezogen. Die Auswahl der Horste, die einerseits von Büro Simon und andererseits von der IHO entdeckt und dokumentiert worden waren, wurde von ihm gutachterlich geprüft und nicht als Sst.-Horst befunden, sondern Greifvögeln zugeordnet; bei einem der Horste wurde die Möglichkeit, dass es vom Sst. genutzt wird, nicht ausgeschlossen. Allerdings zeigten sich nun drei Dinge: Erstens war, wie bereits genannt, das Suchgebiet für eine Horstkontrolle viel zu klein; zweitens verdeutlichte die Expertise Rohdes, dass eine Horstkontrolle im Gelände nicht ausreichend ist, weil viele Großhorste einfach nur sehr schwer oder gar nicht entdeckt werden können; drittens zeigte sich, dass die eigentliche fachlich anzuerkennende Methode eine Schwarzstorch-Raumnutzungsanalyse durch einen artespezifischen Experten sei. Hierauf machte die IHO aufmerksam (siehe IHO-Website, siehe damaliger RNZ-Artikel usw.). Daraufhin haben unserer Kenntnis nach die Naturschutzbehörden den Investoren nahegelegt, eine Raumnutzungsanalyse (RNA) durch den Fachmann Rohde in die Wege zu leiten, um artenschutzrechtliche Klarheit zu bekommen. Das ist dann im März 2014 so geschehen. Nachdem diese Expertise auf Basis einer Schwarzstorch-RNA etliche Wochen unter Verschluss gehalten wurde (und nach unserer Information bis heute nicht schriftlich an die Behörden und Naturschutzverbände überreicht wurde), gab die IHO ein zweites Gutachten auf Basis einer Sschwarzstorch-RNA bei demselben Experten in Auftrag. Der Gutachter Rohde urteilt rein nach den Gegebenenheiten, die er im Gelände vorfindet, und ist strikt dem Bundesnaturschutzgesetz verpflichtet, niemandem sonst. Seine Geländearbeit fand nun im Wesentlichen im Juli statt. Dabei wurden mehrere Brutreviere rund um das Gebiet Markgrafenwald nachgewiesen, zudem mindestens ein besetzter Horst (der selbstverst. aus großer Entfernung vom Fachmann fotogrtafiert wurde), zudem wurden tagtägliche Überflüge übe rden Markgrafenwald nachgewiesen. Büro Simon beauftragte parallel zwei weitere Ornithologen aus der Region, die meines Wissens die Ergebnisse Rohdes im Wesentlichen bestätigten, aber das kann sich ja dann bald nach Vorlage aller angefertigten Gutachten zeigen. das von der IHO beauftragte Rohde-Gutachten wird in schriftlicher Form im August an die Naturschutzbehörden (UNB u. RPK) weitergeleitet sowie den regionalen Vertretern der Naturschutzverbände übergeben; mit Behörden u. Verbänden besteht bereits seit langem ein Austausch über die artenschutzrechtlichen Entwicklungen, auch über die aktuellen Zwischenergebnisse.
    Ich denke, sachlicher kann man das eigentlich nicht mehr darstellen, Herr Zweifler. Ihre Bedenken sind aus der Luft gegriffen. Wie sollte man ein „kurzfristiges Ansiedlungsprogramm“ durchführen und dadurch plötzlich mindestens vier Brutreviere im Restriktionsgebiet erhalten? So was funktioniert nicht. Die Grundvoraussetzungen für ein so genanntes Schwarzstorch-Dichtezentrum, wie wir es hier erwiesenmaßen haben (dies geht aus den Gutachten hervor), sind hier durch Morphologie und naturräumliche Ausstattung des Geländes gegeben. Wie gesagt, auf der Datenbank ornitho.de wurden schon die letzten Jahre relativ häufig Schwarzstörche unmittelbar in der Gegend häufig beobachtet. Durch die aktuellen Untersuchungen konnte nun bestätigt werden, dass es hier mehrere Brutreviere gibt. Solche Bstätigungen gehen nun mal nicht allzu selten mit artenschutzrechtlichen Prüfungen bspw. im Rahmen von WEA-Planungen einher. Bedenklich ist, dass bei solchen Prüfungen, die rechtlich geregelt im Auftrag von Investoren laufen, in einigen deutschlandweit mittlerweile dokumentierten Fällen spezielle windkraftrelevante Großvögel zunächst nicht entdeckt bzw. nicht dokumentiert wurden und dann späterhin erst durch weitere Fachgutachten oder gezielte Geländebeobachtungen nachweisbar waren. Das wirft nicht etwa einen Schatten auf diejenigen, die der empirisch belegbaren Wahrheit ans Licht verhelfen, sondern auf diejenigen, die zuvor fehlerhafte Ergebnisse vorgelegt haben. Es gibt aktuell einige Beispiele dafür: Fürfeld (Rhl.-Pfz.), Neuzirkendorf (Bay./Oberpfalz), Horb und Waldbrunn (Baden-Württmberg) u.a. – Aus meiner Sicht ist es nur eine Frage der Zeit, bis einmal das erste von WEA-Investoren beauftragte Fachbüro irgendwo in Deutschland regresspflichtig gemacht wird, sollte ein fachlich nicht ausreichendes Gutachten zunächst grünes Licht für teure Planungen ermöglicht haben, die sich dann später aufgrund genauerer Fachgutachten als unnötige Ausgaben erweisen.
    Wie auch immer, der Sachverhalt bzgl. Schwarzstorchvorkommen im Raum Markgrafenwald ist mittlerweile in bislang größtmöglicher Klarheit ans Licht gebracht worden; nun liegt es schlicht und einfach an den Naturschutzbehörden oder ggf. an den deutschen und europäischen Gerichtshöfen, darüber zu entscheiden.

  23. Karl Schuster sagt

    Sehr geehrter Herr Hahl!
    Wenn ich dieses lese (avifaunistisches Gutachten) und nichts damit anfangen kann habe ich gleich die Seite gewechselt.

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