Waldbrunn wählt Nachfolgerin von Merkel

Die Bewerber um den Parteivorsitz mit Siegerin Annegret Kramp-Karrenbauer in der Mitte. (Foto: privat)

Bürgermeister Markus Haas und Gemeinderat Jan Inhoff als CDU-Delegierte im  Norden

Hamburg. Ganz Deutschland, zumindest die politisch interessierten Bürger, blickten am heutigen Freitag nach Hamburg, wo sich ein historischer Machtwechsel an der Spitze des CDU vollzog. Nach 18 Jahren hatte Dr. Angela Merkel aufgrund der schlechten Wahlergebnisse und des enormen Zuwachses von Wählern, die von offen rechtsradikalen und antisemitischen Parolen angezogen wurden, ihr Amt als Parteivorsitzende aufgegeben.

Auch Waldbrunn war bei diesem historischen Wechsel dabei. Von der CDU als Delegierte nominiert und bestimmt, durften Bürgermeister Markus Haas und Gemeinderat Jan Inhoff an der Wahl teilnehmen. Auch MdB Alois Gerig, Margarete Horb und Minister Peter Hauk vertraten den Neckar-Odenwald-Kreis.

Beim Parteitag in Hamburg standen dann am Nachmittag die ehemalige Ministerpräsidentin des Saarlandes, Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK), Gesundheitsminister Jens Spahn und nach einer Intrige von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble auch der ehemalige CDU-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Friedrich Merz, zur Wahl.  Nachdem AKK im ersten Wahlgang mit 45 Prozent die absolute Mehrheit noch verfehlte, stand sie im zweiten Wahlgang Friedrich Merz gegenüber, der auf 39 Prozent kam.  Völlig chancenlos war Jens Spahn, der lediglich knapp 16 Prozent der 1.001 Delegierten aus allen Bundesländern überzeugte.

Die Kampfabstimmung gegen den Politikflüchtling Merz gewann die Saarländerin mit 51,75 Prozent (517 Stimmen). Friedrich Merz hatte  sich nach seiner Niederlage bei der Abstimmung um den Fraktionsvorsitz gegen die amtierende Kanzlerin Angela Merkel vor ca. 15 Jahren enttäuscht aus der Berufspolitik verabschiedete, um seine Kontakte anschließend zu privaten Millionen zu machen. Auch mit dem  Vorstoß, das Steuerrecht zu vereinfachen, damit man künftig seine Steuererklärungen auf einem Bierdeckel machen könne, machte Merz in seiner aktiven Zeit von sich Reden.

Wolfgang Schäuble, der sein Amt als damaliger CDU-Chef nach einer Spendenaffäre am Angela Merkel abgeben musste, hatte am Nikolaustag mit einer Wahlempfehlung für Merz, seine offene Rechnung mit der Kanzlerin präsentiert. Sicher war auch dieser Vorstoß dafür verantwortlich, dass es im zweiten Wahlgang ziemlich knapp wurde, den Merz kam mit 482 Stimmen auf 48,25 Prozent. Zwei Stimmen waren ungültig.

Es war also denkbar knapp und entsprechend spannend, berichtete Waldbrunns Bürgermeister Markus Haas, der gemeinsam mit Gemeinderat Jan Inhoff als Delegierter an diesem historischen Bundesparteitag in der Hansestadt Hamburg teilnahm. Für wen sie ihre Stimme abgegeben hatten, wollten uns die Kommunalpolitiker vom Winterhauch mit dem Hinweis auf das Wahlgeheimnis nicht verraten.  Sowohl Haas als auch Inhoff stimmten mit der neuen Bundesvorsitzende darin überein, dass man nun als Partei geschlossen nach vorne blicke müsse, um sich gestärkt als Kraft der Mitte zu präsentieren.

Mit weiteren Wahlen und  Programmpunkten, die man aus Mitgliederversammlungen von Vereinen kennt, geht der Parteitag noch bis morgen weiter. Den Höhepunkt dürften die 1.001 Delegierten mit Markus Haas und Jan Inhoff aber mit der heutigen Wahl und den Glückwünschen an die neue Parteichefin bereits hinter sich haben.

CDUBPT

Aus dem Neckar-Odenwald-Kreis in Hamburg an der Wahlurne (von links): MdB Alois Gerig, Margarete Horb, Bürgermeister Markus Haas, Gemeinderat Jan Inhoff und Minister Peter Hauk. (Foto: privat)


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