Erstaunlich facettenreiche Pflanzen-Heimat

(Foto: privat)

Grüne Kräuterwanderung am Katzenbuckel

Waldbrunn. (bd) Knapp 20 Interessierte waren der Einladung des Kreisverbands von Bündnis 90/Grüne zu einem ungewöhnlichen „Wahlkampf-Höhepunkt“ gefolgt. Gemeinsam erkundete die Gruppe die Welt der heimischen Wildkräuter am Katzenbuckel.

Mit Kräuterexpertin Gabriele Nießen durfte Kreistagskandidat Klaus Brauch-Dylla eine ausgewiesene Fachfrau zur Rundwanderung um den Odenwald-Gipfel begrüßen. Im Mittelpunkt standen die Frühblüher am Wegesrandes und deren Nutzen sowie Einsatz in Küche und Heilkunde.

„Die Wiesen rund um den Katzenbuckel sind erstaunlich artenreich und bieten einer Vielzahl von Wildpflanzen eine Heimat“, freute sich Gaby Nießen. Neben häufig vorkommenden und oft übersehenen wilden Nützlingen wie dem Giersch, Spitz- und Breitwegerich, Huflattich, Brennessel, Knoblauchrauke oder Vogelmiere haben sich auf rund um den Odenwaldgipfel verschiedene Taubnesselarten angesiedelt, die mit ihrem süßen Nektar ein beliebter Anziehungspunkt für nektarsammelnde Insekten, vor allem für Hummeln und Bienen sind.

Die jungen Blüten und Blätter seien essbar und als wohlschmeckende Beigabe im Salat oder in einer Wildkräuterlimonade sehr beliebt. Die Wurzeln könne man im Herbst als Gemüse verarbeiten und aus den Samen könne man im Winter leckere vitaminreiche Keimlinge ziehen. Die Inhaltsstoffe der Taubnessel wirkten entzündungshemmend, antibakteriell, schleimhautschützend und blutstillend.

Dem blühenden Löwenzahn ringsum widmete sich Nießen ebenfalls. Als vorzügliche Küchenpflanze liefere er für Salate die herb schmeckenden Blätter und für den stärkenden „Löwenzahnhonig“ seine gelben Blüten. Wurzeln lassen sich laut Fachfrau im Herbst ernten und verarbeiten werden. Besonders zu erwähnen sei der positive Einfluss des Löwenzahns auf sämtliche Verdauungsorgane; die Inhaltsstoffe regten die Produktion der Verdauungssäfte an und verbesserten somit u.a. den Fettstoffwechsel.

Überraschendes erfuhren die Teilnehmer über das Hirtentäschel, das nur noch selten anzutreffen sei. Als Kreuzblütler ist es mit dem Sen verwandt, was man auch schmeckt. Ein Senf aus dem Hirtentäschel sei eine feine Art, ihn zu verwenden. Bereits im Mittelalter galt die Pflanze als eine der besten Pflanzen, um Blutungen zu stillen und man habe sie u.a. dazu verwand um zu starke Monatsblutungen wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Klaus Brauch-Dylla dankte Gabi Nießen für die vielen Einblicke und unterstrich, dass die Ernennung des Kreises zur Bio-Musterregion Chance und Aufgabe sei, um Natur und Nutzung in ein nachhaltiges Gleichgewicht zu bringen. Dazu sei eine starke Vertretung von Bündnis 90/Grünen im Kreistag ein wichtiges Signal.


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