Fehlende Gefährdung bedeutet keine „Todesgruppe“

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(Symbolbild – Pixabay)

bei der UEFA-Europameisterschaft

Bei jedem großen Fußballturnier wird es zur Mode, auf eine der Gruppen zu zeigen und sie als „Todesgruppe“ zu bezeichnen. Es bedeutet, dass große Träume in der Vorrunde des Turniers gegeneinander gelost wurden, was zu einem frühen Ausscheiden führen kann.

Die deutschen Nationalmannschaften – Männer wie Frauen – hatten in der Vergangenheit bereits Pech: Bei der Euro 2012 und 2004, der WM 1986 und der Frauen-WM 1999 wurden sie in eine Todesgruppe gelost. Und auch bei der aktuellen Euro 2020 wurde Deutschland wieder in die Gruppe F gelost – mit Portugal, Frankreich und Ungarn.

Bei allem Respekt vor Ungarn: Es sind Deutschland, Frankreich und Portugal, die es in dieser Gruppe schwer haben. Diese drei Teams repräsentieren die Gewinner der Weltmeisterschaft 2018 (Frankreich), der Euro 2016 (Portugal) und der Weltmeisterschaft 2014 (Deutschland). Eine dieser Top-Fußballnationen früh im Turnier zu verlieren, wäre ein Schock, daher auch der Name „Todesgruppe“.

Große Teams, die sich qualifizieren
Aber ist alles so, wie es scheint? Alle drei Teams haben Quoten, sich aus der Gruppe zu qualifizieren und die K.O.-Runde zu erreichen. Die neuesten Wettdaten von der William Hill Sports Webseite geben Frankreich eine Quote von 1/10, Deutschland eine Quote von 1/9 und Portugal eine Quote von 1/3 für das Erreichen der K.O.-Runde.

Wenn Sie nicht viel über Wettquoten wissen, erklären wir es mit der impliziten Wahrscheinlichkeit. Frankreich hat eine Chance von 90,9%, sich zu qualifizieren, Deutschland 90% und Portugal 75%. Das klingt nicht nach einer Todesgruppe, oder?

Der Grund ist das Format. Seit 2016 hat die UEFA die Anzahl der Mannschaften, die sich für die Europameisterschaft qualifizieren, erweitert (von 16 auf 24). 16 dieser 24 Teams gehen in die K.O.-Phase, was bedeutet, dass ein dritter Platz in Gruppe F ausreichen könnte, um sich für die späteren Runden zu qualifizieren.

Wenn Sie ein Deutschland-Fan sind, könnten Sie aufatmen, dass der Weg zur Qualifikation so einfach ist. Aber dieser Mangel an Gefährdung kann dem Turnier in Bezug auf das Spektakel schaden. Die UEFA hat Form für diese Art von Änderungen, auch mit ihren neuen Plänen für die Champions League, und es ist alles darauf ausgelegt, es stärkeren Teams schwerer zu machen, früh auszuscheiden.
Die UEFA bastelt an der Formel 
In der UEFA-Welt macht das Sinn, da es mehr Interesse gibt, wenn die starken Teams später im Turnier aufeinandertreffen. Das bedeutet mehr Zuschauer und folglich auch mehr Geld von Unternehmenssponsoren. Aber das Turnier sollte vom ersten Tag an spannend sein und nicht erst in der Schlussphase.

Hinzu kommt, dass es kein Gastgeberland mehr für die Meisterschaft gibt. Die Veranstaltung wird in vielen Ländern ausgetragen, obwohl das Halbfinale und das Finale in London stattfinden werden. Auch das schmälert das Gefühl des Ereignisses.
Vielleicht sorgt Ungarn für eine Überraschung und einer von Deutschland, Portugal oder Frankreich scheidet aus. Aber es ist schade, dass die UEFA weiterhin an der Formel herumbastelt, die das Euro-Turnier so großartig gemacht hat. Im Moment haben wir eine unzusammenhängende Veranstaltung, bei der die Gefahren einer Niederlage erst Wochen nach dem Turnier sichtbar werden.


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