Beim NABU Waldbrunn endet eine Ära

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Unser Bild zeigt den neu gewählten Vorstand des NABU Waldbrunn Ingrid Führing (2.v.li.). Andreas Steck (2.v.re.) und Andreas Wieder (re.) mit Ernst Stephan (li.), der dem Gremium seit Gründung des Ortsvereins im Jahr 1983 angehörte. (Foto: privat)
Waldbrunn. Nachdem Ernst Stephan als Gründungsmitglied seit Beginn der organisierten Naturschutzarbeit auf dem Winterhauch dem Vorstand des NABU Waldbrunn angehörte, endete bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Ortsverbands eine Ära, da Stephan auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand ausschied.

Doch zuvor ging er nach der Begrüßung durch Vorstandskollegin Ingrid Führing als letzte Amtshandlung in seinem Rechenschaftsbericht. Doch zuvor erinnerte er an das verstorbene Gründungsmitglied Dr. Gerhard Berger. Anschließend ließ er die beiden zurückliegenden Geschäftsjahre ein, da aufgrund der Corona-Pandemie im letzten Jahr keine Jahreshauptversammlung stattgefunden hatte.

Obwohl das Virus mit seinen Lockdowns für den Ausfall vieler Veranstaltungen verantwortlich war, gab es aus Sicht des Natur- und Umweltschutzes viel zu tun. Kurz vor dem ersten Lockdown gab es einen interessanten Vortrag zur Biodiversität. Auch danach wurde es den NABU-Mitgliedern nicht langweilig. So mussten Nistkästen gepflegt, ausgetauscht und neu aufgehängt werden.

Außerdem gab es zahlreiche Stellungnahmen zu diversen Bebauungsplänen der Gemeinde Waldbrunn zu formulieren. Der Kritik an einer zunehmenden Flächenversiegelung und Zersiedelung sei jedoch weder von der von Bürgermeister Markus Haas, der Verwaltung, noch vom Gemeinderat Rechnung getragen worden. Stattdessen wurden selbst kleinere Vorschläge wie Zisternen- oder Photovoltaikpflicht ohne weitere Prüfung abgelehnt worden und weiter der Zersiedelungsparagraf 13 B Baugesetzbuch angewandt worden, bedauerte Ernst Stephan. Auch zum geplanten Edeka-Markt in Strümpfelbrunn habe der NABU Waldbrunn eine Stellungnahme abgegeben und auf die Versiegelung hingewiesen.

Ein weiteres Ärgernis sei die Aufbringung von Recyclingmaterial auf Waldwegen auf der Gemarkung Waldbrunn. Schätzungsweise 17.000 Tonnen fanden so den Weg in die Wälder auf dem Winterhauch. Darin auch Glas, Plastik, Fliesen, Stromkabel und vieles mehr. Es sei fast schon skandalös, dass diese Vorgehensweise zur Müllentsorgung gesetzlich erlaubt sei, so die einhellige Meinung der Versammlung.

Im Hinblick auf die E-Tankstelle des NABU Waldbrunn in Mülben gab es auch positive Nachrichten. So habe sich die Abgabe an Strom im Jahr 2020 mehr als verdoppelt. Da leider nicht jeder Nutzer auch eine entsprechende Spende hinterlasse, sei der Kostendeckungsgrad jedoch nur bei 66 Prozent.

Erfreulich sei auch die Entwicklung im Bereich der Nachwuchsarbeit. So habe Katrin Stephan trotz Corona mehrere Veranstaltungen mit jeweils zehn Kindern durchgeführt. Gut entwickelt habe sich auch ein Blühstreifen mit Wildblumen auf einem vereinseigenen Grundstück im Meisental. Dort seien neben vielen Blüten zahlreiche, darunter auch seltene Schmetterlinge zu beobachten, freute sich der scheidenden Vorstand Ernst Stephan.

Es folgte der Kassenbericht von Vorstand Andreas Steck, dem Kassenprüfer Otto Stich, der die Buchhaltung gemeinsam mit Bernd Mohr begutachtet hatte, eine ordnungsgemäße und vorbildliche Kassenführung bescheinigte, sodass der Entlastung des Vorstands, die einstimmig erfolgte, nichts entgegen stand.

Unter der Leitung von Dieter Führung fanden anschließend die Neuwahlen statt. Nachdem Ernst Stephan, wie eingangs erwähnt, nicht mehr zur Verfügung stand, wählten die Mitglieder Andreas Wieder, Ingrid Führing und Andreas Steck zum neuen Vorstandsteam. Kassenprüfer bleiben Otto Stich und Bernd Mohr.

Ingrid Führing dankte Ernst Stephan für sein langes Wirken zum Wohle der Natur rund um den Katzenbuckel. Als Gründungsmitglied wurde Stephan gleich zu einem Stellvertreter des Vorsitzenden gewählt, von 1987 bis ins Jahr 2002 war er zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, bevor er dann bis 2011 das Amt des Schriftführers übernahm. Im Jahr 2011 folgte er als 1. Vorsitzender seinem Vorgänger Gerhard Neureither. Nach einer Satzungsänderung fungierte Ernst Stephan bis zur Mitgliederversammlung 2021 als Mitglied eines dreiköpfigen Vorstandsteams.

Ernst Stephan dankte sowohl den Mitgliedern, als auch seinen zahlreichen Vorstandskollegen für gute Zusammenarbeit.

Bevor die Versammlung mit einem Ausblick auf die kommenden Monate schloss, stellte Dieter Führing traditionell den Vogel des Jahres vor. In diesem Jahr war es das Rotkehlchen, das in einer Internetabstimmung von vielen Vogelfreunden auf den ersten Platz gewählt worden war.


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