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veröffentlicht am Montag, 17. Mai 2010
17.05.10
Der Katzenbuckelgipfel präsentiert sich auch künftig ohne Funkmast. (Foto: Hofherr)
Nun steht es endgültig fest, auf dem Katzenbuckel-Gipfel wird entgegen ersten Planungen kein Funkmast gebaut. Einstimmig folgte der Waldbrunner Gemeinderat heute einem entsprechenden Verwaltungsvorschlag.
Statt Katzenbuckel-Höchst, wie vom Regierungspräsidium aus Kostengründen nach wie vor favorisiert, wird nun ein ca. 60 Meter hoher Schleuderbetonmast im Gewann „Ebnet” errichtet. Darüber hinaus entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft zum schon existierenden Polizeifunkmast Schollbrunn ein ca. 40-45 Meter hoher Neubau. Der bisherige Mast soll anschließend zurück gebaut werden. Ergänzt werden diese beiden Standorte durch Antennen auf dem Sendemast in Reisenbach.
Das neue Standortkonzept folgt im Wesentlichen einem Gutachten, das der NABU Waldbrunn in Auftrag gegeben hatte. Es entstehen zwar Mehrkosten in Höhe von ca. 300.000 Euro, dafür erreiche man aber eine bessere Netzabdeckung beim Digitalfunk, was insbesondere im Ittertal und im Höllgrund vorteilhaft ist. Darüber hinaus könne man die neuen Funkmasten privaten Anbietern zur Verfügung stellen und damit eine bessere Abdeckung beim Handynetz erzielen, so Hans-Walter Ludwig vom zuständigen Regionalteam beim Regierungspräsidium Karlsruhe in einer kurzen Zusammenfassung der monatelangen Standortdiskussion (wir berichteten mehrfach). Beim Bau des Mastes im „Ebnet” werde man darauf achten, außerhalb des FFH-Gebiets zu bleiben, sicherte Ludwig zu.
In der vergangenen Woche hatten sich auch die Ortschaftsräte Waldkatzenbach und Schollbrunn für die Alternativlösung ausgesprochen.
Der Gemeinderat besichtigt die potenziellen Standorte.
Vor der Abstimmung dankte der Vorsitzende der CDU-Fraktion Markus Haas dem NABU Waldbrunn, der keine Kosten und Mühen gescheut habe, um einen Funkmast auf dem Katzenbuckelgipfel zu verhindern. In Reihen seiner Fraktion sei von Anfang an klar gewesen, dass man den Standort so nicht hinnehmen könne, sei der Katzenbuckel doch das Wahrzeichen der Gemeinde. Ein Funkmast wäre mit negativen Auswirkungen für den Tourismus verbunden gewesen, zeigte sich Haas überzeugt. Die Möglichkeit einer besseren Handyversorgung bringe weitere Vorteile für die Waldbrunner, weshalb die CDU der Standortkombination „Ebnet - Schollbrunn - Reisenbach” zustimme. Abschließend kritisierte Markus Haas die Kreis-Grünen, denen es seiner Ansicht nach bei der ganzen Standortdiskussion nur darum gegangen sein, sich politisch zu profilieren.
SPD-Sprecher Heinz-Dieter Ihrig hob hervor, dass bereits alle Argumente ausgetauscht seien, weshalb sich jede weitere Diskussion erübrige. Seine Fraktion werde den eindeutigen Voten der Ortschaftsräte folgen.
Das Regionalteam vom Regierungspräsidium Karlsruhe wird nun in die konkrete Planung einsteigen, entsprechende Gutachten und Pläne erstellen und dann einen entsprechenden Bauantrag stellen. Das Funknetz für den digitalen Behördenfunk soll in Baden-Württemberg Ende des Jahres fertig gestellt sein.
Eine Zusammenfassung des Gutachtens kann auf der Internetseite des NABU Waldbrunn herunter geladen werden:
www.nabu-waldbrunn.de
10 Kommentare zu "Keine Funkmast auf dem Gipfel"
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cs am Mo, 17. Mai. 2010 22:04
Liebes Katzenpfad-Team!
Vielen Dank für Eure Berichterstattung zum Thema Funkmast am Katzenbuckel. Ohne Eure mediale Begleitung würde in den nächsten Monaten wahrscheinlich ein Mast auf unserem schönen Berggipfel stehen.
Durch die Öffentlichkeit, Zeitungen und Radio sind dann ja auf den fahrenden Zug aufgesprungen, wurde verhindert, was angeblich mangels Alternativen nicht zu verhindern ist, so die ersten Worte der Herren vom RP.
Ein Dank auch an den NABU und an alle Gemeinderäte, Ortschaftsräte und den Bürgermeister, die sich ihrer Verantwortung für ihre Heimat und die einzigartige Natur und Landschaft bewusst waren.
Es werden so unendlich viele Steuergelder verschwendet, die Mehrkosten hier, sind keine Verschwendung, sondern eine Investition in die (touristische) Zukunft unserer Region.
Es hat sich wieder gezeigt, wie wichtig eine unabhängige Presse ist, denn durch die Berichterstattung in diesem wunderbaren Magazin begann die kritische Begleitung der Maßnahme. Am Ende steht nun diese positive Lösung.
Bitte macht so weiter. Bleibt objektiv, unabhängig und kritisch. Vielen Dank!
cs
karlheinz am Mo, 17. Mai. 2010 22:09
mir ist das parteibuch egal. aber dass es den kreisgrünen nur um profilierung gegangen sei, kann man so nicht sagen. in wirklichkeit waren sie halt mal die einzige Partei, die in bezug auf die standortdiskussion ein klares profil gezeigt hat!
cs am Mo, 17. Mai. 2010 22:15
Grün hin, grün her…du hast recht. Die Grünen haben das Thema als erste aufgegriffen. Allerdings stammen alle konstruktiven Impulse vom NABU.
Vonseiten der Bündnis-Grünen gab es politische Anfragen in Stuttgart und dann Rech-Bashing. Aber inhaltlich kam dann nichts mehr.
Aber der erste Schritt nach der Presseveröffentlichung kam von B90/Grüne NOK.
karlheinz am Mo, 17. Mai. 2010 22:52
da haben eine menge leute am selben strang gezogen und dadurch das ziel erreicht, die landschaftliche schönheit unseres einzigartigen katzenbuckels zu bewahren. dank btw auch an den gutachter, der die variationen mit gis aufzeigen konnte.
esmog am Di, 18. Mai. 2010 18:52
Mein Dank gilt ebenfalls dem NABU für sein Engagement und die gute Entscheidung der Gemeinde, damit der Katzenbuckel nicht verschandelt wird.
Aber leider scheint trotz allem der primäre gesundheitliche Aspekt außen vor geblieben zu sein.
Kommen wir jetzt von Regen in die Traufe, wenn durch private Anbieter auch die letzten Handyfunklöcher verschwinden.
Wie viele Umweltgefahren, wird auch die gesundheitliche Beeinträchtigung durch Elektrosmog verkannt.
Viele Menschen reagieren heute ganz sensibel auf E-Smog.
http://www.praxis-sacher.de/index.php?id=59&L=0&tx_ttnewspointer=3&cHash=59dfb89103
karlheinz am Mi, 19. Mai. 2010 11:31
danke für die info in diesem interessanten link!
Martin am Mi, 19. Mai. 2010 16:37
wenn man manche kommentare hier liest, dann hat man mal wieder den eindruck, die grünen scheinen die einzige partei zu sein, die sich für ihre gute arbeit auch noch entschuldigen sollen. bei anderen parteien ist dies eher bei schlechter arbeit der fall.
Martin am Mi, 19. Mai. 2010 16:44
Nachtrag:
Der Vorsitzende der CDU-Fraktion Markus Haas wirft den Grünen Profilierung vor. Heißt dies im Umkehrschluß, daß die CDU kein Profil hat?
Joe am Do, 20. Mai. 2010 07:46
@esmog
Interessanter Link, aber die zitierte WHO Studie kommt auf ein anderes Ergebniss
http://www.tagesspiegel.de/wissen/keine-hirntumoren-durch-handys-vermutlich/1841186.html
Wem soll man jetzt glauben?
Es gibt halt immer zwei Seiten.
Gruss
Joe
Martin am Do, 20. Mai. 2010 12:51
selbst wenn es gesundheitliche gefahren durch elektrosmog gibt, dann muß man diese grundsätzlich in kauf nehmen.
es gibt gefahren durch mobilität, aber wir können nicht alle zuhause bleiben. es gibt gefahren beim essen, aber bio reicht (noch) nicht für alle.
funknetze sind teil des technischen fortschritts, man muß die gefährdung möglichst reduzieren, aber die physik hat dabei ihre grenzen. die verbleibende gefährdung muß akzeptiert werden. zurück auf die bäume ist keine lösung, denn falls ich runterfalle und nicht per handy den arzt rufen kann, sterbe ich noch früher als durch die strahlung.