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veröffentlicht am Sonntag, 17. Januar 2016

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Kreis plant Interimsunterkunft in Strümpfelbrunn

Kreis plant Interimsunterkunft in Strümpfelbrunn thumbnail

Asylrecht ist bedeutender Wert unserer Leitkultur

Strümpfelbrunn. Nachdem der Erste Landesbeamte des Neckar-Odenwald-Kreises, Dr. Björn-Christian Kleih, im vergangenen Jahr bereits drei geplante Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge in Schollbrunn und Waldkatzenbach vorgestellt hatte, war er gleich zu Beginn des neuen Jahres erneut auf den Winterhauch gekommen, im eine weitere Unterkunft im Ortsteil Strümpfelbrunn vorzustellen. Zu dieser Infoveranstaltung konnte Bürgermeister Markus Haas nicht nur den Kreisvertreter begrüßen, sondern auch zahlreiche Bürger willkommen heißen.

Nach Planungen für die ehemaligen Gasthäuser Linde in Schollbrunn, wo 30 Menschen untergebracht werden sollen, und er „Post“ in Waldkatzenbach, wo die Unterbringung von 18 Schutzsuchenden geplant ist und dem Mehrfamilienhaus im „Kurzen Gewann“ in Waldkatzenbach, mit 25 Plätzen, soll nach neusten Überlegungen die ehemalige Gewerbehalle der Firma COM als sogenannte Interimsunterkunft mit einfachem Standard für 55 Personen ertüchtigt werden. Geplant ist eine Nutzungsdauer von drei Jahren, ließ Dr. Kleih die anwesenden Bürger wissen.

Die Halle wird laut Kleih mit Leichtbaumodulen unterteilt, sodass Schlafräume für vier bis acht Personen entstehen. Außerdem gibt es eine Küche sowie einen Aufenthaltsraum im ehemaligen Verwaltungsanbau. Dort ist auch ein Büro für den Sozialdienst, der vom DRK Mosbach gestellt wird, sowie die Mitarbeiter des Landratsamts. Auf dem weitläufigen Gelände werden außerdem Sanitärcontainer errichtet, die Duschen und Toiletten enthalten. Aufgrund der Unterbringungssituation wird der Landkreis dort ausschließlich alleinstehende Männer unterbringen, was viele der Anwesenden kritisch sehen. Unabhängig von der Nationalität seien dabei Probleme vorprogrammiert, befürchtet ein Strümpfelbrunner.




Nach einem kurzen Überblick über die allgemeine Situation im Landkreis mit derzeit knapp 70 Neuzugängen die Woche, stellte Dr. Björn-Christian Kleih die Planungen für die bereits im vergangenen Jahr in Angriff genommenen Unterkünfte vor. So sollen die Linde in Schollbrunn und das Mehrfamilienhaus in Waldkatzenbach Ende Februar und die Post in Waldkatzenbach Anfang März belegt werden.

Abschließend hoben sowohl Dr. Kleih als auch Bürgermeister Markus Haas hervor, dass die Herausforderung nicht ohne ehrenamtliches Engagement bewältigt werden kann. Aufgrund des demografischen Wandels mit alternder bzw.  Einwohnerschaft sei der Zuzug der schutzsuchenden Menschen aber auch eine Chance für den Ländlichen Raum. Auch die Vereine könnten davon profitieren, warben Kleih und Haas um Unterstützung insbesondere der Sportvereine. Durch gegenseitiges Kennenlernen lassen sich Ängste auf beiden Seiten abbauen bzw. gar nicht erst entstehen. Außerdem fördere man dadurch den Spracherwerb und damit die Integration. Eine wichtige Rolle komme dabei dem im vergangenen Jahr gegründeten Arbeitskreis Asyl, der bereits regelmäßig tagt, um auf die Neuankömmlinge vorbereitet zu sein.

Auf den kritischen Einwand, dass durch die Unterbringung enorm hohe Kosten entstehen, gab der Erste Landesbeamte Dr. Björn-Christian Kleih abschließend zu bedenken, dass man hier mit Steuergeldern einen sehr bedeutenden Wert unserer Gesellschaft bzw. der deutschen Leitkultur finanziere.

Die Belegung der Gewerbehalle in Strümpfelbrunn ist für Mai 2016 vorgesehen.

Com

(Foto: Archiv/Hofherr)



© www.katzenpfad.de



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