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veröffentlicht am Mittwoch, 1. März 2017

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Am Ende war Lachmuskel-Kater sicher

Am Ende war Lachmuskel-Kater sicher thumbnail

Närrische Singstunde beim MGV Schollbrunn

 Schollbrunn. Waldbrunn, nicht gerade als Faschingshochburg bekannt, hat nur ein paar wenige Veranstaltungen während der närrischen Zeit. Ein Muss für alle Freunde der fünften Jahreszeit ist aber die Närrische Singstunde des MGV Schollbrunn, die alle zwei Jahre mit Fastnacht höchster Güte aufwartet. Dann stehen junge und alte Narren in der Bütt, bieten närrische Lieder oder schwingen das Tanz- bzw. Gardebein und das großenteils verkleidete Publikum klatscht und schunkelt gerne und gekonnt mit.

Auch in diesem Jahr war es wieder so weit, mit 11 Programmpunkten feierte man in Schollbrunn Narrentempel bis kurz vor Mitternacht das Bühnenprogramm, bevor es anschließend noch lange weiterging.

Den Auftakt in der Bütt machte Ralf Ihrig, der sozusagen als Sitzungspräsident durch den Abend führte, die Gruppen begrüßte und vorstellte. In seiner Büttenrede hob er hervor, dass heute alles (übertrieben) streng gehandhabt wird, was früher locker vom Hocker auch überlebt wurde „Dass isch noch leb, des is a Wunder“. So ließ er die Zuhörer wissen, dass früher die ganze Fußball-Jugendmannschaft im PKW des Trainers zum Auswärtsspiel gekarrt wurde, während heute jedes Kind das Taxi seiner Helikopter-Eltern nutzen könne. Auch die Müllbeseitigung sei einfacher gewesen und wurde auch überlebt, als man früher noch alles in der „Sophie ihr´m Loch“ entsorgt habe. Für die Kinder des Dorfes ein willkommener Spielplatz, den man trotz des ein oder anderen Feuers auch überlebt habe.

Es folgten Johanna Baier und Lea Hettinger als Zwillings-Sister 01, die von der sturmfreien Bude berichten, als die Eltern erstmals ohne Kinder in Urlaub fahren. Vom angebrannten Essen, nicht gespülten Geschirr, über bestellte Pizza, nicht entsorgten Müll, bis hin zur Party mit Überschwemmung reichte der Bogen jugendlichen Ungemachs. Gerade als die Not am Größten, erscheinen die Eltern vorzeitig zuhause. Die vielen Lacher und der anhaltende Beifall war den Nachwuchs-Fastnachterinnen gewiss.




Anschließend stand die Junge Harmonie in der Besetzung mit Ester Diemer, Eva Ihrig, Elena Kappes, Anne-Kathrin Kessler-Henkel, Karola Hettinger, Guntram Haas, Wolfgang Hettinger, Berthold Henkel und Ralf Ihrig auf der Bühne und luden das Publikum zum Mitschunkeln und Mitsingen ein.

Anschließend plauderte Hildegard Pfister als Baumarkt-Mitarbeiterin aus dem Nähkästchen. Nachdem sie am Workshop „Wie tapeziere ich meine Küchenschränke von innen“, habe sie gleich ein Jobangebot erhalten. Dem Publikum auf dem Winterhauch stellte sie zunächst die Goldenen Baumarktregeln vor. So solle man nie einen Baumarktmitarbeiter verfolgen, der auf der Flucht vor Kunden sei, denn der kennen jeden Winkel des Ladens, weshalb die Verfolgung zwecklos sei. Anschließend stellte sie verschiedene Kundentypen vor. Dabei hatte sie wohl den Nagel auf den Kopf getroffen, denn in vielen Situationen erkannten sich die Zuhörer wieder, wenn man nach den Lachern ging. Mit viel Beifall wurde ihr Vortrag immer wieder unterbrochen, sodass sie wie bereits ihre Vorgänger nicht ohne Zugabe von der Bühne abgehen durfte.

Anne-Kathrin Kessler-Henkel ließ es sich trotz einer Knie-OP zwei Tage zuvor nicht nehmen, ebenfalls in die Bütt zu steigen. Unter dem Motto „Heit is alles annersch“ bzw. „Frieher war alles besser“ verglich sie Schollbrunn und die weite Welt in den verschiedenen Epochen. Hatte man früher noch ein grünes, schnürgebundenes Telefon mit Wählscheibe - junge Leute wissen gar nicht mehr, dass es so etwas einmal gab, weshalb das Wort wohl aussterbe - an denen man das Telefonieren einmal gelernt, immer wieder durchführen konnte, müsse man das Telefonieren heute mit jedem neuen Gerät wieder von Grund auf lernen. „Frieher war ewe alles besser!“ Allerdings hätten die heuten Telefone auch ihr gutes, würden Männer mit den Zart-Phone doch das Streicheln mit den Fingern lernen, schloss Anne-Kathrin Kessler-Henkel augenzwinkernd.

Fotoserie zum Artikel - (Fotos: Hofherr) 

 

Es folgten Franz Runkel und Volker Kölsch, die als Odenwald-Duo von den Erfahrungen alternder Männer, deren Probleme mit ihren ebenso alternden Frauen, aber auch aus dem heutigen Schulalltag eines Lehrers berichteten. Dabei blieb kein Auge trocken, zumal sich auch hier, das Publikum immer wieder fand.

Anschließend stand die Kleine Garde der Gericher Stromer auf der Bühne. Angeleitet von Anja Link und Petra Mahler schwangen 16 Mädchen zu verschiedenen Rhythmen das Tanzbein.

Seine „Probleme mit der Welt“, aber insbesondere die mit seiner Gesundheit und seiner Frau, der Nachbarschaft, beim Einkaufen und den Kumpels strapazierte danach Bernd Ebert die Lachmuskeln den Publikums.

Mit „Schollbrunner Bauer sucht Frau“ begeisterten danach Verena und Nadine Theuerweckl, Lena Deschner, Max Schupp und Irina Reimold die Narren im Schollbrunner Bürgersaal.

Kaum noch zu toppen war die Heiterkeit, als Evi Ihrig und Berthold Henkel als „Kall“ und „Kall“ von ihrer Arbeit als Klo-Rollen-Tester für die Testung Warenstift berichteten. In heiteren Versen wurden die einzelnen Rollen abgerollt, die Blätter gezählt, gestempelt, abgeropft, geklebt, einem Breitencheck unterzogen - denn es gibt ja schmale und breitere Hinterteile - aus Riseigling (Recycling) getestet und einem Duftcheck unterzogen.

Als Biene Maja und ihre Freunde aus dem Wiesental stand abschließend die Schollbrunner Ranzengarde mit Joachim und Claudia Leister, Silvia Reimold, Sandra Pfrang, Florian Schupp, Chris Heidt, Florian Haaß und Dietmar Reimold auf der Bühne. Dabei hatte es Biene Maja und ihre Freunde aus dem Wiesental mit einem Notfall zu tun. Der immer verfressende Willi hatte sich überstürzt auf einen Kuchen unbekannter Herkunft gestürzt, in dem Wohl „Mariuhuhuna“ verbacken war, sodass Willi in Ohnmacht fiel. Erst die Ameisen mit ihrem Heiltrank brachten Willi wieder auf die Beine.

Nachdem auch die letzte Gruppe gebührend vom Publikum gefeiert worden war, bat Singstundenleiter Ralf Ihrig alle Akteure zum bunten Finale auf die Bühne. Dabei holten sich alle Darsteller noch einmal den verdienten Beifall ab. Der nicht enden wollende Beifall bestärkte die Organisatoren der Närrischen Singstunde darin, dass man auch in zwei Jahren wieder für Lachmuskel-Kater bei den Zuhörern sorgen will. Denn nach der Fastnacht ist vor der Fastnacht.

Anschließend wurde noch bis in die frühen Morgenstunden gefeiert.

KP Naerrische Singstunde

Finale. (Foto: Hofherr)



© www.katzenpfad.de



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