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veröffentlicht am Mittwoch, 4. Oktober 2017

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Vier Jahre mit dem Elektroauto

Vier Jahre mit dem Elektroauto thumbnail

Erfahrungsbericht von Ernst Stephan am Autosonntag in Buchen mit dabei

Buchen/Mülben. (mh) Es hört sich fast schon wie ein Märchen an, wenn man auf dem Grundstück des Waldbrunners Ernst Stephan steht, die Ladestation für Elektroautos mit kostenlosem Strom anschaut und seinen Erfahrungen über vier Jahre Elektromobilität zuhört.

100 Kilometer mit seinem reinen „Stromer“ Renault Zoe kosten eigentlich vier Euro, wenn man für den Netzstrom rund 27 Cent bezahlten muss. Er allerdings fährt für die Hälfte, also für rund zwei Euro, da bei ihm der Strom zwar auch aus der Steckdose, aber eben ursprünglich von der Sonne kommt. Möglich machen es eigene Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach, die neben dem Strom für das Haus auch die Energie für die Elektromobilität liefern.

Der Klimaschutzmanager des Neckar-Odenwald-Kreises Sebastian Randig war dort zu Besuch und wollte einfach mal nachfragen, was ein Praktiker zum Thema Elektromobilität zu sagen hat. Ernst Stephan wird am kommenden Autosonntag in Buchen auch mit dabei sein und in der Marktstraße zusammen mit anderen Elektrofahrzeug-Lieferanten sehr gerne Rede und Antwort stehen.

Ernst Stephan, der engagierte Vorsitzende des NABU Waldbrunn und seine Mitstreiter waren schon immer der festen Überzeugung, dass Umwelt- und Naturschutz untrennbar zusammen gehörten. Nach seinen Angaben stammen ein Viertel der Kohlendioxid-Emissionen aus dem Verkehr – 60 Prozent davon entfallen auf Personenkraftwagen. Elektromobilität wäre hier der Schritt in die richtige Richtung, allerdings stehen gerade im ländlichen Raum viel zu wenig leistungsfähige Ladestationen zur Verfügung.

Hier wurde die NABU-Gruppe selbst aktiv und installierte 2015 eine eigene Elektrotankstelle in Mülben. Neben dem NABU hatten sich Gewerbetreibende und der Ortschaftsrat aus Mülben an diesem Vorhaben beteiligt. So kann hier nun jeder Elektromobilist in der Odenwaldstraße kostenlos tanken. Zur Verfügung steht ein leistungsfähiger Anschluss mit 32 Ampere und 22 kWh (Anschluss-Typ 2), der kurze Ladezeiten je nach Fahrzeug von nur rund einer Stunde ermöglicht.




Natürlich freue man sich, so der NABU-Vorsitzende mit einem Augenzwinkern, wenn sich die Nutzer mit einer kleinen Spende für den NABU, eine Spendenkasse ist gut sichtbar an der Ladestation angebracht, bedanken. Bisher sei man „ganz gut mit den Kosten hingekommen“ und eine Vollladung sei den meisten „ein paar Euro“ wert. In dieser Zeit könnten die Reisenden sehr gut die nahegelegenen Einkehr- und Freizeitmöglichkeiten in der Umgebung nutzen. Der Strom dieser Ladestation kommt zu 100 Prozent aus regenerativen Quellen – entweder vom eigenen Dach oder von zertifizierten Anbietern.

Nach vier Jahren Erfahrung und fast 50.000 km mit einem reinen Elektromobil kann Stephan auf viele und fast nur positive Erfahrungen zurückblicken. Die geringen Stromkosten wurden schon eingangs erwähnt. Frisst dies jedoch ein hoher Anschaffungspreis wieder auf? Er macht folgende Rechnung auf: Der Anschaffungspreis dieses Modells lag bei rund 20 000 Euro, allerdings ohne Batterien. Hier hatte er sich entschieden, diese zu mieten um somit etwaigen technischen Problemen aus dem Wege zu gehen. Zwar liege der jährliche Mietpreis bei rund 950 Euro, jedoch habe er auf der anderen Seite kaum Kosten, die er vom normalen PKW gewohnt war: Die jährliche Inspektion kostet nicht mal 90 Euro, keine Steuer, günstige Versicherung und selbst das klassische Verschleißteil „Bremse“ schlage deutlich weniger zu Buche, denn aufgrund der sogenannten Rekuperation, hier wird auf elektronischem Wege Bewegungsenergie in Strom umgewandelt und somit die Batterie geladen, wird deutlich weniger „normal“ gebremst. Teure Verschleißreparaturen wie Kupplung, Lichtmaschine, Anlasser, Zahnriemen oder gar Getriebeschäden gäbe es hier nicht. Somit sieht Ernst Stephan in dieser Beziehung mindestens „patt“, blieben aber immer noch die deutlich günstigeren Energie-Betriebskosten und der Nutzen für die Umwelt. Und ganz nebenbei verfügen Elektromotoren über ein extrem gutes Beschleunigungsverhalten, wie geschaffen für den umweltfreundlichen Stadtverkehr.

„Beim Blick auf die Umweltbilanz“ erläutert Stephan weiter, „ist die Elektromobilität deutlich besser: Selbst beim Laden mit deutschen Strom-Mix liegt der CO2-Ausstoß bei rund der Hälfte. Wir sind hier aufgrund des eigenen PV- oder des Ökostroms bei fast null CO2“. Andere Autoabgasbestandteile wie beispielsweise der Ruß beim Diesel oder Stickoxide kämen sonst ohnehin noch hinzu und würden die Bilanz für ein Elektromobil noch besser machen. Für ihn ist ein solches Fahrzeug das ideale und umweltfreundliche Verkehrsmittel für Pendler, die unter 60 km einfach zu fahren hätten.

Man könne davon ausgehen, dass nach und nach Ladeinfrastruktur in Betrieben, Innenstädten, bei der Gastronomie und überall hinzu kommen werden. Aber unabhängig davon könne man hier auf dem Land auch ganz gut alleine klarkommen, da meist eigene Parkplätze, Garagen oder Carports zur Verfügung stünden die wiederum mit Strom, idealerweise eigenem PV-Strom, versorgt werden könnten. Insbesondere der ländliche Raum mit wenig öffentlichem Personennahverkehr ist für Stephan das ideale Revier für Elektroautos: Jede zweite Fahrt ist statistisch unter 5 km, die durchschnittliche Tagesfahrstrecke ist 39 km und 30% der Haushalte haben zwei oder mehr Autos. Besonders der Zweitwagen sollte nach seiner Ansicht idealweise ein „Stromer“ sein. Da aktuelle „bezahlbare“ Elektroautos über Reichweiten von 150 bis 300 km verfügten, reiche dies, „wenn man es will“, auf jeden Fall aus.

Auch er hört immer wieder von Gegenargumenten: Wenn alle Elektroautos fahren würden, würde der Strom nicht reichen? Aktuell fahren in Deutschland von rund 42 Mio. Fahrzeugen nur 35 000 elektrisch, das entspricht nur etwa 0,1 Prozent. Würden eine Million E-Mobile fahren, würde dies den Stromverbrauch um ein halbes Prozent ändern. Wären utopischer Weise alle Fahrzeuge elektrisch, stiege der Stromverbrauch um rund 20 Prozent. Allerdings wird auch schon an intelligenten Systemen gearbeitet, bei denen die Batterien der Elektromobile als regelrechte riesige Speicher für Überkapazitäten, beispielsweise bei ganz viel Sonne oder Wind, dienen sollen.

Klimaschutzmanager Randig sieht im Neckar-Odenwald-Kreis ähnliche Zulassungszahlen für Elektromobile wie im Rest der Republik: Von 90.000 PKW fahren im NOK 73 rein elektrisch und 316 Hybrid. Ein Trend sei allerdings sehr erfreulich, denn in den ersten neun Monaten dieses Jahres gab es einen Zuwachs bei reinen E-PKW von 46 Bunker (von 50 in 2016 auf nun 73 PKW). Somit werden auch bei uns unter 0,1 Prozent der PKW rein elektrisch betrieben. Eine Zahl, so Randig, die es auszubauen gelte.

Auch er sieht im Personennahverkehr, idealerweise vielleicht sogar im Rahmen von Car-Sharing-Modellen, klare Argumente für E-Mobile. In erster Linie natürlich aus Klimaschutzgründen, allerdings sei nach den Worten von Randig auch die wirtschaftliche Seite sehr gut darstellbar.

Im Übrigen können man ja das eine tun ohne das andere zu lassen; auch Ernst Stephan hat im Rahmen seines „Zweitwagenmodells“ noch einen normalen, kompakten PKW mit Verbrennungsmotor in der Garage stehen, der allerdings nur für wenig für weite Strecken genutzt wird. „Die Hauptarbeit“, so abschließend der Elektrofan, „macht mein Elektromobil“.

Die öffentliche Ladestation des NABU-Waldbrunn in Mülben wird ausschließlich mit Ökostrom betrieben. (Foto: Martin Hahn)



© www.katzenpfad.de









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