Unser Bild zeigt Bürgermeister Markus Haas (2.v.li.), Kreisbrandmeister Jörg Kirschenlohr (li.) und Gesamtkommandant Waldbrunn Michael Merkle (re.) mit den geehrten Kameraden. (Foto: Hofherr)
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50 Jahre FFW Waldbrunn
Waldbrunn.
– Eigentlich sollte der Ehrungsabend der Freiwilligen Feuerwehr Waldbrunn am Samstagabend um 19 Uhr beginnen. Doch nur wenige Minuten zuvor zeigte sich eindrucksvoll, weshalb Feuerwehrdienst weit mehr ist als ein Ehrenamt mit festen Terminen: Um 18.52 Uhr lösten die „Piepser“ im Ausrückebereich 1 mit den Abteilungen Strümpfelbrunn, Waldkatzenbach und Mülben aus. Das Alarmstichwort lautete: Zimmerbrand.
In Waldkatzenbach hatte ein vergessener Küchenherd zu einer starken Rauchentwicklung geführt. Dank aufmerksamer Nachbarn und eines piepsenden Rauchmelders konnte die Feuerwehr rechtzeitig alarmiert werden. Die Einsatzkräfte waren schnell vor Ort und verhinderten Schlimmeres. So begann der Ehrungsabend, der zugleich im Zeichen des 50-jährigen Jubiläums der Gemeindefeuerwehr Waldbrunn stand, erst mit rund einer Stunde Verspätung um 20 Uhr.
Einsatz unterstreicht Leistungsbereitschaft
Bürgermeister Markus Haas griff diesen Einsatz in seinem Grußwort unmittelbar auf. Der Abend habe bereits vor seinem offiziellen Beginn gezeigt, wie wichtig eine gut ausgebildete und einsatzbereite Feuerwehr für die Gemeinde sei. Man habe sehen können, wie gut die Waldbrunner Wehr aufgestellt sei und wie verlässlich die Zusammenarbeit der Abteilungen funktioniere.
50 Jahre Gemeindefeuerwehr Waldbrunn
In seinem Rückblick erinnerte Haas an die Geschichte der Gemeindefeuerwehr Waldbrunn, die 1976 im Zuge der kommunalen Neuordnung gegründet wurde. Nach dem Zusammenschluss der Ortsteile in den Jahren 1973 und 1975 wurde am 19. November 1976 auch im Feuerwehrwesen ein entscheidender Schritt gegangen: Die Ortsteilwehren wurden zur Freiwilligen Feuerwehr Waldbrunn zusammengeführt. Mit Willi Böckenhaupt als erstem Gesamtkommandanten und Karl Schmitt als Stellvertreter begann damals eine neue gemeinsame Struktur, die bis heute trägt.
Viele Persönlichkeiten hätten diese Entwicklung geprägt und Verantwortung übernommen, so Haas weiter. Stellvertretend erinnerte er an die bisherigen Gesamtkommandanten der Feuerwehr Waldbrunn: Willi Böckenhaupt, der die Gemeindefeuerwehr von 1976 bis 1983 führte, Karl Schmitt von 1983 bis 1988, Reiner Böckenhaupt von 1988 bis 1995 sowie Gerald Veith von 1995 bis 2012. Seit 2012 steht Michael Merkle an der Spitze der Feuerwehr Waldbrunn. Sie alle hätten die Wehr in unterschiedlichen Zeiten geführt – mit unterschiedlichen Herausforderungen, aber stets mit dem gleichen Ziel: eine leistungsfähige, verlässliche und gut aufgestellte Feuerwehr für Waldbrunn.
Investition in die Sicherheit
Der Bürgermeister würdigte 50 Jahre Verantwortung, Kameradschaft und Einsatzbereitschaft. Die Anforderungen an die Feuerwehr hätten sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Neben der klassischen Brandbekämpfung gehörten heute technische Hilfeleistungen, Unwettereinsätze, Unterstützung des Rettungsdienstes sowie neue Herausforderungen durch moderne Gebäudetechnik, Photovoltaikanlagen oder Elektrofahrzeuge zum Alltag. Umso wichtiger sei es, die Feuerwehr weiterhin mit guter Ausrüstung, moderner Technik und verlässlicher Infrastruktur zu unterstützen. Feuerwehr sei keine Ausgabe, sondern eine Investition in die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger.
Dank an Kameraden sowie Familien
Gesamtkommandant Michael Merkle zeigte sich stolz auf seine Mannschaft. Der Einsatz unmittelbar vor dem Ehrungsabend habe einmal mehr gezeigt, dass die Feuerwehr Waldbrunn jederzeit handlungsfähig sei. Merkle lobte die Einsatzbereitschaft seiner Kameradinnen und Kameraden und machte zugleich deutlich, dass Feuerwehrdienst nur möglich sei, wenn auch das Umfeld mittrage. Besonders dankte er den Familien sowie den Arbeitgebern der Feuerwehrangehörigen. Sie alle leisteten einen wichtigen Beitrag, indem sie Verständnis zeigten, Rückhalt gäben und den ehrenamtlichen Dienst unterstützten.
Ehrungen
Kreisbrandmeister Jörg Kirschenlohr überbrachte die Grüße von Landrat Achim Brötel sowie des Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes, Michael Genzwürker. Auch er unterstrich die Bedeutung des Ehrenamts und hob hervor, dass eine leistungsfähige Feuerwehr auf engagierte Menschen angewiesen sei, die bereit seien, Verantwortung für andere zu übernehmen. Anschließend führte Kirschenlohr die Ehrungen durch, die im Mittelpunkt des Abends standen.
Für beeindruckende 50 Jahre im Feuerwehrdienst wurde Udo Backfisch ausgezeichnet. Auf jeweils 25 Jahre aktiven Dienst können Rüdiger Schork und Christoph Haaf zurückblicken und wurden dafür ebenfalls geehrt. Daniel Schäfer erhielt eine Ehrung für 15 Jahre engagierten Einsatz.
Darüber hinaus wurden Alexander Helm, Rüdiger Schork und Karsten Voigtländer für ihre besonderen Verdienste mit der Ehrennadel in Bronze ausgezeichnet.
Starkes Zeichen für das Ehrenamt
Der Ehrungsabend der Feuerwehr Waldbrunn wurde damit nicht nur zu einem würdigen Jubiläumsabend, sondern auch zu einem eindrucksvollen Beleg gelebter Einsatzbereitschaft. Noch bevor Reden gehalten und Auszeichnungen überreicht wurden, hatten die Feuerwehrangehörigen gezeigt, was ihren Dienst ausmacht: bereit sein, wenn Hilfe gebraucht wird – zuverlässig, ehrenamtlich und zum Schutz der Menschen in Waldbrunn.
