Waldbrunn bekommt Glasfaser – Garantiert!

Waldbrunn bekommt Glasfaser – Garantiert!
Waldbrunn bekommt Glasfaser – Garantiert!

Sebastian Kummer (li.) und Mathias Faubel (Mitte) präsentieren das neue Glasfaserkonzept. Bürgermeister Markus Haas hatte zuvor den Reinfall mit BBV/Toni präsentiert. (Foto: Hofherr)

Rückblick auf die bisherigen Entwicklungen

Waldbrunn.

Ursprünglich war bereits vor fünf Jahren vorgesehen, den eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau im gesamten Neckar-Odenwald-Kreis durch die BBV Deutschland GmbH mit dem Produkt „toni.“ umzusetzen. Der Ausbau sollte ohne öffentliche Fördermittel erfolgen und bis etwa 2026 vollständig abgeschlossen sein. Doch es häuften sich die Schwierigkeiten, mit Baustopps in verschiedenen Gemeinden.

Nach der Übernahme der Infrafibre Germany mit den Service Providern LEONET, Breitbandversorgung Deutschland (BBV) sowie Infrafibre Networks (IFN) durch die „Unsere Grüne Glasfaser“ (UGG) geriet der kreisweite Ausbau jedoch ins Stocken, und bis Mitte 2025 war in etwa der Hälfte der Kommunen des Neckar-Odenwald-Kreises noch kein Ausbau begonnen worden.

Zu Beginn des Jahres 2026 zeichnete sich ab, dass es den ursprünglich geplanten Ausbau nicht geben wird und zahlreiche Gemeinde, darunter auch Waldbrunn, nach neuen Lösungen suchen mussten. Am 23. März 2026 erhielt die Gemeindeverwaltung schließlich die endgültige Bestätigung durch LEONET, dass kein Glasfaserausbau erfolgen wird. Auch die Kunden, die vor einem halben Jahrzehnt Vorverträge unterzeichnet hatten, erhielten entsprechende Stornierungen.

Neue Kooperationspartner

Die Vodafone GmbH stellte Ende 2025 gemeinsam mit ihrem Kooperationspartner und Investor Miridiam Glasfaser GmbH im Rahmen einer Bürgermeisterrunde in Limbach eine mögliche Ausbaustrategie vor. An der Veranstaltung nahmen Vertreter aus mehreren Kommunen, unter anderem aus Elztal, Billigheim, Schefflenz und Waldbrunn, teil.

Im Januar 2026 hatte die Gemeinde Waldbrunn Kontakt mit Vodafone aufgenommen und auf Wunsch des Unternehmens eine Übersicht über vorhandene, nutzbare Leerrohre im Gemeindegebiet bereitgestellt. In einem ersten Austausch wurden die Eckpunkte einer möglichen Kooperation besprochen.

In einer Sondersitzung des Gemeinderats war es am vergangenen Montag soweit, die Planungen auch der Öffentlichkeit zu präsentieren. Daher waren Mathias Faubel (Vodafone GmbH) und Sebastian Kummer (Meridiam) in Strümpfelbrunner Rathaus gekommen, um die Ausbaupläne auch den vielen Bürgern zu präsentieren.

Es sollen alle Ortsteile in einem Ringschluss mit Glasfaserkabeln ausgebaut werden. Im Gegensatz zu BBV verzichten Vodafone und Meridiam auf Vorverträge. Beide garantieren den Ausbau ohne Vorbedingungen. Ab Juli sollen Hauseigentümer die Möglichkeit haben, Hausanschlüsse zu beauftragen. Sofern ein zweijähriger Vertrag abgeschlossen wird, entstehen für den Anschluss keine Kosten. Auch bei der Verkabelung in den Immobilien wollen beide Unternehmen ihren neuen Kunden unterstützen.

Das Unternehmen bietet ein eigenwirtschaftliches Konzept im klassischen Tiefbau an und plant gemeinsam mit mehreren Kommunen im Neckar-Odenwald-Kreis einen überregionalen Glasfaser-Ringschluss. Dadurch soll die Ausfallsicherheit deutlich erhöht werden, da bei einer Unterbrechung die Versorgung über eine weitere Einspeisestelle gewährleistet ist.

Nach den bisherigen Gesprächen und bei entsprechender gemeindlicher Zustimmung ist mit einer zeitnahen Umsetzung bereits im ersten Halbjahr 2026 zu rechnen. Von den knapp 2.500 Haushalten sollen über 90 Prozent an das geplante Netz angebunden werden, ließen Mathias Faubel und Sebastian Kummer die Anwesenden wissen. Für den Fall, dass es eine hohe Abschlussquote gibt, sei auch denkbar, außerhalb gelegene Gebäude anzuschließen.

Die monatlichen Kosten für einen Glasfaseranschluss belaufen sich auf 45 bis 70 Euro, je nach Datenraten. Außerdem kommen noch Kosten für ein entsprechenden Modem dazu. Nach zwei Jahren steht es jedem Kunden frei, zu einem anderen Anbieter zu wechseln, versicherten die beiden Unternehmensvertreter. Im gesamten Kreisgebiet sollen etwa 22.000 Haushalte abgebunden werden. Neben Waldbrunn wollen auch Billigheim, Elztal, Limbach, Schefflenz und Seckach das Angebot den beiden Partner nutzen.

Nach zahlreichen Fragen vonseiten der Gemeinderäte und der Zuhörer stimmte das Gremium dem Konzept von Vodafone/Meridiam im klassischen Tiefbau zu. In wenigen Wochen soll es ein Büro in Waldbrunn geben, um potenzielle Kunden zu beraten. Außerdem werden Außendienstmitarbeiter unterwegs sein. Die Bauzeit im gesamten Kreisgebiet wird mit zwei bis drei Jahren veranschlagt. Baubeginn ist im Herbst 2026. Die Freigabe der jeweiligen Anschlüsse erfolgt jedoch nach Fortschritt.


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