Kooperationsklasse mit 17 Schülern gestartet

Waldbrunn. Nachdem der Gemeinderat Waldbrunn vor der Sommerpause den Weg für eine Kooperationsklasse der Winterhauch-Grundschule mit der Schwarzbach Schule freigemacht hatte (wir berichteten), wurden nach den Sommerferien Mitte September 17 Kinder in Strümpfelbrunn eingeschult. Fünf Schüler davon haben Beeinträchtigungen, die von geistigen Behinderungen über körperliche Einschränkungen bis hin zu Bedarf im Sinne der Schule für Erziehungshilfe benötigen. Den Kindern mit besonderem Betreuungsbedarf aus Waldbrunn. Neckargerach und Reichenbuch soll durch die Kooperationsklasse der wohnortnahe Schulbesuch gewährleistet werden, damit soziale Kontakte aufrechterhalten und Ausgrenzung verhindert werden. 

In der Winterhauch-Schule werden alle 17 Kinder gemeinsam unterrichtet, die Differenzierung findet im Unterrichtsangebot statt. Ziel ist es, jedes Kind dort zu fördern und zu fordern, wo es gerade steht und den nächsten Lernschritt machen kann.

Der Unterricht selbst findet  im Team-Teaching statt, da die Klasse durch die Grundschullehrerin Jennifer Schleweis und Sonderpädagogin Constance Seeliger durchgängig doppelt besetzt ist. Hinzu kommt an zwei Tage pro Woche die Physiotherapeutin Inge Gallenbach, die einzelnen Kindern ein physiotherapeutisches Angebot vor Ort macht, aber auch eine Psychomotorikgruppe für alle anbietet.

Eine Fächeraufteilung wurde nicht vorgenommen. In den wöchentlichen Teamsitzungen, an denen auch die Kollegin der Parallelklasse, Jeanette Schumacher, teilnimmt,  werden anstehende Themen und die Unterrichtsaufteilung besprochen. Wichtig ist es den Lehrkräften, einen Überblick über den Lernstand aller Kinder zu haben. Durch Teamteaching besteht dabei immer die Möglichkeit, einzelne Kinder genauer zu beobachten und gezielter auf deren Lernbedürfnisse einzugehen. Durch die Kooperation mit der Lehrerin der 1b sollen Themengebiete klassenübergreifend aufgegriffen werden.



So wurden passend zur Jahreszeit und den Waldbrunner Mostwochen zwei „Apfeltage“ durchgeführt. Hier wurden alle 36 Erstklässler in vier verschiedenen Gruppen gemischt, damit sie sich auch noch kennen lernen konnten. Sie hatten die Möglichkeit, unterschiedliche Angebote zu besuchen, um dabei Wissenswertes zum Apfel zu erlernen. Basteleien rund um die Odenwälder Frucht und mit dem Backen von Apfelwaffeln wurde auf allen Ebenen gelernt.  Ein gemeinsamer Wandertag mit beiden ersten Klassen zum Spielplatz in Waldkatzenbach rundete die gemeinsamen Aktionen ab. Im Rahmen des Projekts „Brücke“  kooperiert man mit Kindergärten und besucht dabei die Katzenbuckel-Therme.

Neben den Kindern, lernen auch die Lehrerinnen derzeit noch viel Neues kennen. Bei allen herrscht das Gefühl vor, die gute erste Unterrichtswochen verlebt zu haben. Gemeinsam habe man viel unternommen, Zeit gehabt, sich ein bisschen kennen zu lernen und einiges auszuprobieren. Die Kinder aus beiden Klassen waren mit viel Freude dabei, berichtet Klassenlehrerin Constanze Seeliger.

Dass einzelne Kinder formal nicht zur Winterhauch-Schule gehören, ist für die Kinder bisher kein Thema gewesen. Spannend fanden alle den Rollstuhl ihres Mitschülers P., der am Wandertag plötzlich auftauchte und in den P. sich nach dem Laufen einer für ihn sehr langen Strecke setzte und sich schieben ließ. Es gab zwar eine kurze Nachfrage, warum P. jetzt einen Rollstuhl brauche, dann wurde diese Tatsache seitens der Kinder jedoch einfach akzeptiert.

Winterhauch Schule mit Kooperationsklasse

An der Winterhauch-Schule werden in Kooperation mit der Schwarzbach Schule der Johannes-Diakonie gehandicapte  und Schüler ohne Beeinträchtigung gemeinsam unterrichtet. (Foto: Hofherr)

Hintergrund zur Schwarzbach Schule (Johannes-Diakonie Mosbach)

Die Schwarzbach Schule selbst vereint drei unterschiedliche Schultypen (Schule für Geistigbehinderte, Schule für Körperbehinderte mit den Bildungsgängen Geistige Behinderung und Förderschule sowie Schule für Erziehungshilfe mit dem Bildungsgang Förderschule) unter einem Dach. An die Schwarzbach Schule angegliedert ist die Sonderpädagogische Beratungsstelle, die bereits präventiv in Kindergärten unterschiedlichster Orte agiert und vor Ort (wohnortnah) Angebote für von ErzieherInnen gemeldeten Kinder oder auch Beratung für Eltern macht. Ebenso ist die Beratungsstelle für Unterstützte Kommunikation an der Schwarzbach Schule zu finden, die ebenfalls Eltern berät, deren Kinder nur eingeschränkt oder gar nicht sprechen können und die auf entsprechende Hilfsmittel angewiesen sind.

Die Schwarzbach Schule hat zurzeit ca. 135 Schüler, hiervon befinden sich momentan noch ca. 20 im Stammhaus, ansonsten arbeiten wir hauptsächlich mit Partnerschulen von Buchen-Hettingen über Aglasterhausen, Schwarzach und Eberbach bis Epfenbach und nun auch Waldbrunn gemeinsam.


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