Waldbrunn warnt vor Windkraft im „Augstel“

LEADER-Förderung für Bikepark in Waldkatzenbach? – Gemeinde übernimmt Flüchtlingsunterkunft „Zur Post“

Waldbrunn. Mit ursprünglich zehn Tagesordnungspunkten musste sich der Waldbrunner Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung befassen. TOP 9 wurde jedoch gleich zu Beginn der Sitzung vertagt.

Danach ging es um die Errichtung eines Bikeparks durch den VfR Waldkatzenbach. Hierzu begrüßte Bürgermeister Markus Haas den Vereinsvorsitzenden Uwe Bornmann sowie Torsten Kumpf und Rainer Schulz von der Radsportabteilung, die die geplante Maßnahme vorstellten. Für das Design des neuen Parks habe man einen anerkannten Fachmann gewonnen, so die Vereinsvertreter.

Durch die Erweiterung des bestehenden Bikeparks wolle man Nachwuchsfahrern, aber auch älteren Mountainbikern die Möglichkeit geben, Ihre Fahrtechnik zu schulen, ohne hierfür ins Gelände zu müssen. Um die Neuanlage zu finanzieren, ist man auf die Bewilligung von Mitteln aus dem LEADER-Topf angewiesen, weshalb auch eine Beteiligung der Gemeinde in Höhe von 10 Prozent der förderfähigen Kosten notwendig sei, so die Ausführungen der drei Funktionäre. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass ein professionell konzipierter Bikepark nicht nur für den Verein, sondern auch für Touristen, aber auch für die Schüler der Winterhauch-Schule interessant ist. So war auch die Zustimmung zur Co-Finanzierung in Höhe von 7.900 Euro lediglich eine Formsache. Der LEADER-Vergabeausschuss tagt in der kommenden Woche.



Weiter ging es mit dem Thema Windenergie. Nachdem die Planungen für den Windpark Markgrafenwald aufgrund des Vorkommens schützenswerter Vogelarten wie Schwarzstorch und Wespenbussard derzeit auf Eis liegen, ging es nun um den Teil-Flächennutzungsplan „Windenergie“ der Verwaltungsgemeinschaft Eberbach-Schönbrunn. Die Gemeinde Waldbrunn war im Zusammenhang mit dessen Offenläge um Stellungnahme gebeten worden. Gemäß des Verwaltungsvorschlags wurde der Verzicht auf die mögliche Standorte „Hirschberg“ und „Lautenbach“ begrüßt. Außerdem wurde einer Standortempfehlung für das Gebiet „Augstel“ widersprochen, da es sich hierbei um die Verlängerung eines Windparks im Markgrafenwald handelt, die aufgrund der bereits genannten Vogelvorkommen aus den weiteren Konzentrationszonenplanungen herausgenommen werden soll. Die Konfliktträchtigkeit des Gebiets „Augstel“ sei daher enorm, warnt die Gemeindeverwaltung Waldbrunn zusammenfassend. Der Gemeinderat bewilligte den Verwaltungsvorschlag ohne Gegenstimme.

Anschließend wurden Tiefbauarbeiten für die Erschließung von vier Wohnbauplätzen in Weisbach zum Preis von 131.127 Euro an die Firma HLT aus Neckargerach, sowie die Anlage von Urnenfeldern auf den Friedhöfen Waldkatzenbach, Weisbach und Oberdielbach zum Preis von 24.212 Euro an die Firma Helm GmbH aus Lauerskreuz vergeben. Darüber hinaus wurde ein weiterer Bauplatz im Baugebiet Hahnenfeld veräußert, bevor sich das Gremium mit einer neuen Satzung für die Benutzung von Obdachlosen- und Flüchtlingsunterkünften befasste. Diese wird erforderlich, da die Gemeinde das ehemalige Gasthaus “Zur Post“ in Waldkatzenbach zum 01. Juli vom Landkreis mietet, um dort auf kommunaler Ebene Flüchtlinge und/oder Obdachlose einzuweisen bzw. unterzubringen. Auch in der Immobilie „Steige 2“ soll die neue Satzung angewendet werden, sodass man auch dort öffentlich-rechtliche Einweisungen vornehmen und auf Mietverträge und daraus resultierende Rechte verzichten kann.

Ein Bauantrag für einen Um- und Anbau in der Katzenbuckelstraße in Waldkatzenbach sowie die Verlesung einer Niederschrift einer nicht-öffentlichen Sitzung beendeten den Juni-Termin des Gemeinderats.

Zum 01. Juli mietet die Gemeinde das ehemalige Gasthaus vom Landkreis an, um dort künftig Flüchtlinge und Obdachlose unterzubringen. (Foto: Hofherr)


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