Dem Most ein Denkmal gesetzt

5. Waldbrunner Mostwochen eröffnetWaldbrunn.

Eine gute Apfel- und Birnenernte auf dem Winterhauch sorgt dafür, dass Keller und Teller in diesem Jahr reichlich mit dem Odenwälder Nationalgetränk, dem Most, gefüllt werden können. Nachdem der NABU Waldbrunn mit seinem Engagement seit vielen Jahren maßgeblich zum Erhalt der typischen Streuobstwiesen rund um den Katzenbuckel beiträgt, setzt seit fünf Jahren die vom Einsatz der Naturschützer inspirierte Veranstaltergemeinschaft aus Gastronomen, Tourismus, Bäckern und Metzgern sowie Vereinen und Einzelpersonen dem Odenwälder Most mit den Waldbrunner Mostwochen ein Denkmal.

Die Veranstaltungsreihe mit vielen kulinarischen und kulturellen Höhepunkten findet inzwischen in der ganzen Region Nachahmer, lobten Landrat Dr. Achim Brötel und Bürgermeister Markus Haas das Engagement der Organisatoren. Auch das Land Baden-Württemberg habe die Bedeutung der artenreichen und somit ökologisch wertvollen Streuobstwiesen erkannt und zahle Fördergelder für deren Erhalt und Pflege, berichtete NABU-Vorsitzender Ernst Stephan.

Weit über 1.000 Bäume hat der NABU Waldbrunn in seiner 30-jährigen Vereinsgeschichte vermittelt und selbst gepflanzt.

Neben Landrat Dr. Achim Brötel und Bürgermeister Markus Haas war auch Limbachs Bürgermeister Bruno Stipp der Einladung gefolgt, um auf dem Hof der Familie Haas frischen Apfel-Birnensaft zu verkosten.

Neben Leckereien aus Apfel und Birne war es die schon traditionelle Schätzfrage, die in Zeiten von Google und Smartphone, wie ein Staatsgeheimnis gehütet wurde. Dabei mussten die Teilnehmer erraten, welche Saftmenge aus 100 Kilogramm Äpfeln gewonnen werden kann. Die richtige Antwort lautete 66,54 Liter.



Während Landrat Dr. Achim Brötel die Gemeinschaftsaktion im Hinblick auf Regionalität und Erhalt der Landschaft bzw. Heimat lobte, stand für Gemeindeoberhaupt Markus Haas die Vorreiterrolle im Hinblick auf den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ im Fokus. Mit einer Begrünungsaktion auf den Streuobstwiesen rund um Mülben will man auf Bezirksebene punkten.

NABU-Vorsitzender Ernst Stephan ging in einer kurzen Ansprache auf die Entstehung der Kulturlandschaft „Streuobstwiese“ ein. Von 1830 bis 1950 als Nebenerwerb angelegt und gepflegt, seien aufgrund der Massenproduktion von Äpfeln und Birnen viele der typischen Wiesen verloren gegangen und eine Sortenarmut eingetreten. Erst die Rückbesinnung auf Regionalität und Landschaftserhalt sowie Förderprogramme hätten zum Umdenken animiert, zeigte Stephan die Entwicklung auf.

Um die Wiesen zu erhalten bzw. neue anzulegen, können Interessenten wieder Hochstämme alter Sorten bestellen. Die Goldrenette, der Streuobstbaum des Jahres, wird verbilligt angeboten. Bestellungen werden von Dieter Führing, Tel.: 06274-928282 oder Bernd Mohr, Tel.: 06274-1416 entgegen genommen.

Mit dem Hinweis auf das abwechslungsreiche Programm der 5. Waldbrunner Mostwochen, die mit der Planwagenfahrt und dem Mostwochenmenu am 05. Oktober eine kulinarischen Höhepunkt erleben, erklärten Landrat Dr. Achim Brötel, Bürgermeister Markus Haas und NABU-Vorsitzender Ernst Stephan die Mostwochen für eröffnet.

Eroeffnung Mostwochen 2014

Mit frisch gepresstem Süßmost stoßen von links: Sandra Kircher (Restaurant Drei Lilien), Bürgermeister Markus Haas, Daniel Schäfer (Gasthaus Engel), Landrat Dr. Achim Brötel, Bürgermeister Bruno Stipp und der Vorsitzenden des NABU Waldbrunn Ernst Stephan auf die Waldbrunner Mostwochen anstoßen. (Foto: Hofherr)

Infos im Internet:

www.mostwochen.de


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