Katholen feierten Ökumene-Fasching

B_Mit dem Schwanensee begeisterte das Ministranten-Ballett. Einstudiert wurde der Tanz unter der Anleitung von Kirsten Brausch-Jakob. (Foto: Hofherr)_
Waldbrunn.  Das Publikum des Katholen-Faschingsabend, den einige evangelische Akteure und Zuschauer die Ökumene auf dem Winterhauch perfekt machten, trainierte am Samstag im Sitzen. Zumindest die Bauchmuskeln, jagte doch ein Lacher den nächsten. Dabei erfuhren viele Ereignisse aus den Dörfern am Katzenbuckel einen närrischen Rückblick.

Nach der Begrüßung durch Sitzungspräsident Volker Kölsch, der unter anderem Bürgermeister Markus Haas und Pfarrer Ivo Ivcic im Publikum entdeckt hatte, wurde die Veranstaltung der Kirchengemeinde St. Maria Waldbrunn mit einem dreifachen Bim-Bam-Brunn eröffnet, danach enterten die Halleluja-Singers die Bühne.

In mehreren Strophen ließen sie das Kirchenjahr Revue passieren und erinnerten insbesondere an Ortsvorsteher a.D. Paul Scholl, der im vergangenen Jahr nicht mehr zur Wahl angetreten war, im Waldbrunner Hauptort Strümpfelbrunn aber viele markante Spuren hinterlassen hat. Für besonders viele Lacher sorgten im Gemeindehaus vergessene Kräutersträuße, die an Maria Himmelfahrt (15. August) eigentlich in der Kirche gesegnet werde sollten. Da das Gemeindehaus bekanntlich nicht unmittelbar neben der Kirche liegt, sodass die schnelle Beschaffung ausgeschlossen war, wurde eben der Segen zum Gemeindehaus geschickt und sozusagen eine Fernsegnung vollzogen.

Dementsprechend wurde als Teilnehmerorden in diesem Jahr ein Fläschchen Kräuterschnaps gereicht. Mit diesem ausgezeichnet verließen die Halleluja-Singers mit viel Beifall bedacht die Bühne.

(Fotoserie zum Artikel – (Fotos: Hofherr)

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Weiter ging es mit Annette und Thomas Mayerhöfer aus Weisbach, die das Publikum daran erinnerten, dass einem klar sein müsse, welche Gefahr drohe, wenn ihm als Weisbacher die Bühne biete und ein Mikrofon überlasse. Da könne es durchaus passieren, dass er sich weder durch Beifall und Zwischenrufe vom Reden abhalten lasse und dann eine Situation entstehe, wir beim Neujahrsempfang der Gemeinde Waldbrunn am Dreikönigstag, als ein namentlich nicht genannter Weisbacher kein Ende mehr fand.
Weiter ging es mit intimen Geschichten aus Waldbrunn, bei denen natürlich auch ein Seitenhieb auf die Villa Katzenbuckel nicht fehlen durfte. Mit Blick auf die von manchen befürchteten und von anderen ersehnten erotischen Veranstaltungen auf dem Katzenbuckel waren sich Mayerhöfers abschließend einig, dass jeder, der zuhause gut gekocht bekomme, nicht auswärts essen gehe.

Die männlichen Ministranten boten anschließend als Ballerinas in weißen Spitzenröckchen in perfekter Harmonie hatten sie unter der Leitung von Kirsten Rausch-Jakob den Schwanensee einstudiert, worüber sie mit frenetischem Beifall belohnt wurden.

Mit Bernd »Eener aus Schollbrunn« Ebert betrat danach ein geborener Fastnachter die Bühne und gab einen Kalauer nach dem andern zum Besten, weshalb im Saal Las tränen flossen. Natürlich durfte auch ein Seitenhieb auf Bürgermeister Markus Haas nicht fehlen, den Ebert nach dem Besuch einer feuchtfröhlichen mehrfach durch den gleichen Kreisvekehr fahren ließ, bevor der kontrollierende Polizist die Geduld verlor, nachdem er vom angeheiterten Haas zum dritten Mal aufgefordert worden war, doch ein Auge zuzudrücken.

Nachdem der Beifall verklungen war, stürmte die schwedische Popband ABBA, dargestellt von Evi und Ralf Ihrig und Irene und Joachim Spies, und gibt einige der bekannten Ohrwürmer zum Mitklatschen zum Besten. Nach diesem Stimmungshöhepunkt geht es für die ökumenischen Narren in die Pause.

Nach einem Schunkel-Walzer betritt Hilde Pfisterer die Bühne. Wie sonst keiner verstünde sie es, lobt Franz Runkel in seiner Ansage, Alltagssituationen durch Überspitzung in einzigartiger Weise nachzuerzählen. In diesem Jahr nimmt sie das begeisterte Publikum mit auf eine Busfahrt der Frauengemeinschaft zu einem Weihnachtsmarkt. Aufgrund von Glätte ist jedoch die Weiterfahrt wegen liegengebliebener Fahrzeuge in Weisbach nicht mehr möglich. Während man über die Funktionsweise des Bus-WC fachsimpelt, und sich eine wachsende Schar an Schaulustigen am Unfallort versammelt hat, kommt irgendwann mit viel Tam-Tam und Blaulicht die Polizei. So ist in Weisbach endlich auch etwas los, meint Hilde Pfisterer süffisant. Mit der Bitte an Bürgermeister Markus Haas, dem Landratsamt doch Hinweise zum Schneeräumen zu geben, verlässt die umjubelte Närrin die Bühne.

Nachdem Volker Kölsch von Gerüchten zur Karriereplanung des Gemeindeoberhaupts berichtet, der möglicherweise Ministerin Susanne Eisenmann nachfolgen könne, gibt es noch eine Portion ABBA. Dieses Mal sind es die Ministrantinnen, die ebenfalls von Kirsten Rausch-Jakob gecoacht, perfekte Tänze abliefern.

Mit Interna aus dem Pastoral-Team feiert der neue Pastoralreferent Christian Winkler gemeinsam mit seiner Frau Premiere beim Katholen-Fasching der Gemeinde St. Maria Bim-Bam-Brunn.

Nach der „Idylle im Wald“, die von Marga und Otto Stich inszeniert worden war, feiert das Publikum das Winterhauch-Duo Franz Runkel und Volker Kölsch, die, wie zuvor sich die anderen Akteure, nicht um eine Zugabe herumkommen.

Zum Finale erscheinen dann nicht nur die Aktiven, sondern auch die vielen Helfer im Hintergrund auf der Bühne, wo sie mit einem Orden und tosendem Beifall gefeiert wurden. Ein Dankeschön ging auch an Yannik Schnörr, der den Abend am Klavier begleitete sowie an den MGV Schollbrunn für die Bereitstellung der Soundanlage. Abschließend gab Volker Kölsch noch bekannt, dass der Erlös des Abends an die Helfer-vor-Ort des DRK Waldbrunn gehen.

Bürgermeister Markus Haas (re.) und Pfarrer Ivo Ivcic hatten sichtlich Spaß. 


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