Waldbrunn ist Wildschadensschwerpunkt

Auswertungen der Jagdbehörde bestätigen hohen Jagddruck – dennoch Schäden im Feld

Neckar-Odenwald-Kreis. (lra) Nach den geltenden jagdrechtlichen Bestimmungen ist es Aufgabe der Jäger, das Wild so zu bejagen, dass „nach den Erfordernissen der Land- und Forstwirtschaft angepasste artenreiche und gesunde Wildbestände erreicht werden“. Schäden durch zu hohe Wildbestände sind zu vermeiden.

Gerade aber durch Wildschweine verursachte Schäden halten die Jägerschaft, die Landwirte und die Behörden auch im Neckar-Odenwald-Kreis seit Jahren auf Trab. Milde Winter, häufige Eichen- und Buchenmasten in Folge der Klimaerwärmung sowie Änderungen im landwirtschaftlichen Feldanbau begünstigen einen enormen Anstieg der Wildschweinpopulationen. Fachleute sind sich einig, dass nur durch einen ganzjährig anhaltend hohen Jagddruck diese Entwicklung gebremst werden kann.

Einen guten Einblick in die aktuellen Wildverhältnisse erhält das Kreisjagdamt durch die jährlichen Abschussmeldungen der Jäger. Für das zurückliegende Jagdjahr 2013/14 zeichnet sich tatsächlich ein weiterer deutlicher Anstieg des Schwarzwildabschusses ab. Mit einer Gesamtstrecke von 3.680 Wildschweinen wurde in den zehn Hegeringen des Kreises ein absolutes Rekordergebnis erzielt (2012/13: 3.077), obwohl die allgemeinen Jagdumstände nicht optimal waren. Der Anteil der durch Verkehrsunfälle verendeten Wildschweine liegt mit 248 auf dem Niveau der Vorjahre.

Mit dem aktuellen Gesamtergebnis schließt der Landkreis zum oberen Viertel der landesweiten Streckenstatistik auf. Trotz der hohen Abschussquoten liegen die bekannten Wildschadensschwerpunkte nach wie vor in den Räumen Mosbach-Lohrbach, Haßmersheim-Hochhausen, Waldbrunn und Mudau. Meist saisonale Schäden gibt es vor allem auf Grünlandfächen, bei Raps, Getreide und Mais.

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Tatsächlich wird der intensive Jagdbetrieb zur langfristigen Daueraufgabe. Der „Eisberg“ sei gerade mal angekratzt – so beschreibt Gerhard Böhm vom Kreisjagdamt die Situation. Neben der unterjährigen Ansitzjagd in den jeweiligen Revieren seien nach wie vor revierübergreifende Drückjagden ein wichtiges Jagdinstrument. 2013/14 wurden im Kreis mehr als zwanzig dieser allerdings zeit-, personal- und kostenaufwendigen Bewegungsjagden erfolgreich durchgeführt. „Leider werden die Absperrungen und Jagdhinweise an öffentlichen Straßen und Waldwegen  von Autofahrern und Waldbesuchern oft zu wenig beachtet“, so Böhm, der „mit Nachdruck“ auf das hohe Gefahrenrisiko sowie die strikte Einhaltung der Sperrvorgaben hinweist.

Wie die bisherige Erfahrung zeige, sei ein dauerhafter Erfolg nur durch gemeinsame Unterstützung aller Beteiligten möglich. Zusammen mit den beiden  Kreisjägervereinigungen Mosbach und Buchen, den Forstbetriebsleitungen, dem Kreisbauernverband und den jeweiligen Jagdgenossenschaften setze sich das Kreisjagdamt, so Böhm,  für den engen Schulterschluss aller Akteure ein. Acht „runde Tische“ wurden von der Jagdbehörde im letzten Jahr organisiert,  Veranstaltungen der Kreisjägervereinigungen und vom Bauernverband dienten dem gleichen Ziel. Vermehrte Gespräche einzelner Jagdgenossenschaften mit Jagdpächtern und betroffenen Landwirten zeigen: Das Wildschadensproblem wird inzwischen auf breiter Front angegangen.

Aus der aktuellen Jagdstatistik geht im Übrigen hervor, dass die Rehwildstrecke im abgelaufenen Jagdjahr mit 5.379 Stück mit leicht sinkender Tendenz in etwa gleich geblieben ist. Das Gleiche gilt für die relativ hohe Unfallquote von 18 Prozent. Ob die gemeldeten Abschüsse – die ohne behördlichen Abschussplan erfolgt sind – für die Waldverjüngung ausreichend sind, müssen konkrete Vor-Ort-Bewertungen zwischen dem jeweiligen Waldbesitzer, der Forstbehörde und der Jägerschaft zeigen.

Die ebenfalls nachzuweisenden Ergebnisse der Fuchs- und Hasenstrecke zeichnen für das Jagdjahr 2013/14 mit 1.744 Füchsen (2.668 im Vorjahr) und 347 Hasen (408 im Vorjahr) die typische „Schwankungsbreite“ bei diesen Tierarten nach. Auch der Bürger kann im Übrigen  seinen Beitrag leisten. „Das gesunde Wild aus heimischer Jagd schmeckt besonders gut. Eine gezielte Wildbretnachfrage leistet in den Revieren auch gute Dienste“, meint Gerhard Böhm.

 


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