DRK blickt auf 2022 zurück

(Symbolbild – Pixelheini/Pixabay)

Waldbrunn. (pm) Der Rückblick auf ein herausforderndes Jahr sowie Ehrungen für besonders engagierte Rotkreuzler prägten die Kreisversammlung des DRK-Kreisverbands Mosbach im Bürgersaal in Waldkatzenbach. Präsident Gerhard Lauth eröffnete die Versammlung mit Grüßen an die Delegierten und an zahlreiche Ehrengäste, darunter die Bürgermeister Thorsten Weber (Limbach), Jens Wittmann (Fahrenbach), der zugleich Präsidiumsmitglied ist, Mosbachs OB-Stellvertreter Manfred Beuchert, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands Michael Genzwürker, der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Buchen, Steffen Horvath und Priv.-Doz. Dr. Harald Genzwürker.

Der Sprecher der Leitenden Notärzte im Kreis stellte in einem kurzen Grußwort das Projekt „Mobile Retter“ vor, dem man sich im Jahr 2018 angeschlossen habe. Nach Corona-bedingter Zwangspause sind die mobilen Retter in diesem Frühjahr mit mehreren Informationsveranstaltungen an die Öffentlichkeit gegangen und haben zahlreiche Mitglieder dazugewonnen. 312 Retter sind es aktuell, die durch eine Mitalarmierung per App bei Kreislaufstillständen die Zeit bis zum Eintreffen der „Helfer vor Ort“, des Rettungswagens und des Notarztes überbrücken.

Im Totengedenken erinnerte Gerhard Lauth an den im April verstorbenen Otmar Schork und an Klaus Saffenreuther. Otmar Schork war Gründungs- und Ehrenmitglied des DRK-Ortsvereins Limbach sowie langjähriges Mitglied im Präsidium des Kreisverbands Mosbach. Klaus Saffenreuther sei ein großer Freund und Förderer des DRK Mosbach, speziell des Tafelladens gewesen, würdigte Lauth den verstorbenen früheren Vorstandsvorsitzenden der Volksbank Mosbach.

Corona, die Ukraine-Krise und die Folgen für das DRK

Danach sprach der Präsident die großen Herausforderungen des vergangenen Jahres an, beginnend mit der Ukraine-Krise. Lauth lobte den großen Einsatz vieler Ehren- und Hauptamtlichen bei der Ankunft der ersten Busse mit Geflüchteten im März, die zu versorgen und unterzubringen waren. In Erinnerung bleibe die Geburt des kleinen Awram im Rettungswagen.

Im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine habe eine weitere Herausforderung, die Energiekrise, gestanden. Steigende Kosten veranlassten den Kreisverband dazu, sämtliche Verbrauchswerte der Fahrzeuge und Gebäude auf den Prüfstand zu stellen. Parallel dazu habe man ein Projekt „Nachhaltigkeit“ gestartet.

Im Hintergrund herrschte dabei immer noch Corona, und hier habe nach wie vor die Devise „Testen, testen, testen“ gegolten, so Lauth. Er erinnerte daran, dass man als eine der ersten Einrichtungen überhaupt schon an Weihnachten 2020 erste Tests für die Bevölkerung angeboten habe. In den Testzentren erst mit der Stadt Mosbach gemeinsam und dann am Standort Krankenhaus stand man bis März 2023 mit über 90.000 Tests für die Sicherheit der Bevölkerung.

Auf Nachwuchsarbeit gesetzt

Danach ging Lauth zum Kerngeschäft über und verwies auf einen Jahresumsatz von 27,4 Millionen Euro einschließlich der Seniorenheim Waldbrunn gGmbH, der von 358 Beschäftigten erwirtschaftet wurde. 41 Auszubildende hatte der Kreisverband 2022. Gerade im Rettungsdienst setze man intensiv auf die Nachwuchsarbeit.

Kräftig investiert wurde in die Fahrzeuge. Nach einer Testphase mit zusätzlichen Standorten im Sommer kam man zu dem Schluss, dass im Sinne der Einhaltung der Hilfsfristen weitere Rettungswachen unvermeidlich wären. Mit dem neuen Rettungsdienstplan sei das Thema zunächst gestoppt, werde aber wieder aufkommen, war sich Lauth sicher.

Im Schnelldurchlauf berichtete der Präsident über das vielfältige Angebot der Sozialen Dienste, wobei gerade im Tafel- und Kleiderladen der Zustrom der Geflüchteten zu hoher Nachfrage führte. Die Übernachtungsmöglichkeiten für Obdachlose werden ebenfalls stark in Anspruch genommen. Ein neuer und sehr erfolgreicher Bereich sei die Schulbegleitung, wobei man nicht nur im eigenen, sondern auch in angrenzenden Landkreisen tätig sei.

Erfreulich sei die aktuell hohe Auslastung im Roedderheim „Luise von Baden“ in Schefflenz ebenso wie im Heim in Waldbrunn. Im letzten Jahr führte Corona zu einigen Einbrüchen, das größere Probleme sei jedoch dort wie auch im Ambulanten Dienst der Fachkräftemangel.

Den Bereich der Altkleidersammlung hat das DRK im Frühjahr 2023 an den Partner Texaid übergeben. Man nehme bei der Kreisgeschäftsstelle in der Sulzbacher Straße jedoch weiter gut erhaltene Kleidung entgegen, betonte Lauth. Diese werde im Kleiderladen verkauft – über 22.000 Artikel waren es im vergangenen Jahr.

Ehrenamtliche wieder stark gefordert

Großes Lob galt den ehrenamtlichen Rettern, die auch in Corona-Zeiten in vielen Bereichen unterwegs waren, in den Testzentren oder bei der Betreuung von Geflüchteten. Die „Helfer-vor-Ort“-Gruppen waren über 1200-mal im Einsatz, die Rettungshundestaffel war bei 22 Einsätzen gefordert.

Als die Veranstaltungen wieder begannen, waren auch verstärkt wieder Sanitätsdienste zu leisten, die Jugendrotkreuzarbeit lief ebenfalls wieder an. Nicht zuletzt wurden 38 Blutspendeaktionen mit fast 5000 Blutspendern betreut. Erst-Hilfe-Kurse waren jederzeit gefragt. Der Präsident schloss seinen Bericht mit einem großen Dankeschön an alle Ehrenamtlichen, Fördermitglieder, Sponsoren und Gönner.

Kreisverband in Zahlen

Schatzmeister Michael Krähmer stellte die Einnahmen und Ausgaben des Kreisverbands vor und verwies auf den Gesamtertrag von 282.300 Euro. Ein kritischer Blick galt steigenden Personal-, Sach- und Energiekosten. Das Ergebnis sei aber insgesamt zufriedenstellend.

Es folgte ein kurzer, positiver Bericht der Wirtschaftsprüfer von OT-audit GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, vorgestellt von Dirk Müller, und auf Antrag von Thorsten Weber die einstimmige Entlastung des Präsidiums. Zuvor hatte Limbachs Bürgermeister für den Einsatz der Rotkreuzler im vergangenen, wiederum schwierigen Jahr gedankt.

Seine Hoffnung war, dass es irgendwann einmal wieder „ruhiger und normaler“ werde. Gerhard Lauth dankte im Namen des Präsidiums für das Vertrauen und betonte, es mache weiterhin Spaß, für die große Aufgabe DRK da zu sein. In der Tagesordnung voranschreitend wurde als Wirtschaftsprüfer für 2023 wiederum die OT audit vorgeschlagen und einstimmig gewählt.

Dank für Charme und Engagement

Nach den Ehrungen (wir berichten gesondert) gab es ein „kollegiales Dankeswort des Präsidiums“ von Kreisverbands-Justiziar Volker Fütterer an den Präsidenten. So wie er an diesem Abend mit Verve, Charme, Witz und Engagement durch die Versammlung geführt habe, so habe er in den zurückliegenden Geschäftsjahren des Verbands auch gehandelt – „erfolgreich“ gehandelt, betonte Fütterer. Man hoffe, dass Lauth noch viele Jahre auf ehrenamtlicher Basis tätig sein werde. An Brigitte Lauth überreichte der Justiziar einen Blumenstrauß.

Mit einem Dank an Volker Fütterer und an den gastgebenden DRK-Ortsverein Waldbrunn, an alle Teilnehmer sowie an die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter leitete der Präsident zum gemeinsamen Abendessen und gemütlichen Beisammensein über.