80. Todestag der heiligen Edith Stein

Vor 80 Jahren wurde die Edith Stein Konzentrationslager Auschwitz ermordert. (Foto: DBK/Julian Schmidt)

Auschwitz. (pm) Anlässlich des heutigen 80. Todestages der heiligen Edith Stein, Namensgeberin der Seelsorgeeinheit Hoher Odenwald Edith Stein mit den Gemeinden in Eberbach, Neckargerach und Waldbrunn, hat der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Bertram Meier (Augsburg), die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz besucht.

Auf Einladung des Krakauer Erzbischofs Marek Jedraszewski war Bischof Meier Gast bei der internationalen Gedenkveranstaltung. „Wozu der Mensch ohne und gegen Gott fähig ist, das sehen wir an diesem Ort.“ Auschwitz sei ein Ort des Todes und auch der Ort des gewaltsamen Todes von Edith Stein, der heiligen Karmelitin Teresia Benedicta vom Kreuz, so Bischof Meier.

Das Morden und Leiden, die Verzweiflung, aber auch das Hoffen gegen alle Vernunft prägten den Grund, auf dem wir stehen, betonte Bischof Meier. Er stellte dabei auch die Frage, die viele Theologen gestellt hätten: ob man nach Auschwitz noch beten könne. Dies sei möglich, ja uns aufgetragen, so der Bischof, weil unzählige Opfer des Grauens ihrerseits ihre Gebete an diesem Ort vor Gott getragen hätten. Gerade Edith Stein fordere auch heute dazu auf, das Gebet nicht zu vergessen.

„Es war der Glaube an die Auferstehung von den Toten, der die Philosophin Edith Stein anzog, als sie sich dem Christentum zuwandte. (…) Dies war ihr ganz persönlicher Glaubensweg. Er darf keinesfalls zu einer voreiligen Vereinnahmung oder unzulässigen Verallgemeinerung führen. Was für Edith Stein zu einer im Letzten beglückenden mystischen Erfahrung wurde, was sie biografisch als tiefe und unlösbare Verbindung ihres Jüdischseins mit dem Glauben an die christliche Verheißung erlebte“, so Bischof Meier.

Er fügte hinzu: „Weil wir wissen, wie furchtbar Edith Stein hier an diesem Ort um ihr Leben gebracht wurde, stehen wir ehrfürchtig vor dem Geheimnis ihrer innigen Gottesbeziehung. Wir können nicht anders, als kindlich zu stammeln: Heilige Teresia Benedicta, die Du dem Herrn auf seinem Kreuzweg nachgefolgt bist, hilf auch uns, Menschen zu werden, die sich für den so bedrohten Frieden einsetzen! Du Patronin Europas, stärke die Kräfte des Friedens in Europa und in der Welt!“

Bischof Meier würdigte Edith Stein als Persönlichkeit, die ihrer Zeit, auch der katholischen Kirche, weit voraus war: „Sie hat uns mit ihrer Solidarität für ihre jüdischen Schwestern und Brüder und für alle Gedemütigten und Entrechteten einen Weg gewiesen. Einen Weg, der viele schmerzhafte Einsichten für uns bereithielt, da er uns als Kirche auf unser Versagen hinwies.

Nach der Schoa mussten wir uns unserer Schuld stellen.“ Gerade jetzt dürfe sich die Kirche nicht ausruhen „auf den Bemühungen derer, die vor uns Verantwortung getragen haben. Immer wieder flammt der Antisemitismus in Europa, in Deutschland auf.“ Mit Blick auf die europäische Dimension betonte Bischof Meier: „Es ist sehr bedeutsam, dass wir hier heute als Polen und Deutsche gemeinsam stehen.

An diesem Ort des Leidens jüdischer Menschen, des Leidens von Polen, aber auch vieler Menschen anderer Nationen. Wir erinnern das Leben der deutschen Jüdin, Philosophin und katholischen Ordensschwester Teresia Benedicta vom Kreuz – und denken zugleich an all die anderen, die hier ermordet wurden.“

Zum Abschluss unterstrich Bischof Meier: „Viele von uns sind als Repräsentanten gekommen – wir sollten immer auch Multiplikatoren sein: In uns muss das Licht brennen, das sich gegen die Dunkelheit der Unwissenheit, der Ablehnung und des Hasses stellt.

Den jungen Menschen rufe ich daher zu: baut aktiv am Frieden mit, lasst Euch nicht instrumentalisieren für die Machthaber dieser Welt, übernehmt die Verantwortung für Euer eigenes Leben und sucht Euch Verbündete unter den Heiligen – den lebenden und den verstorbenen.“

Bischof Dr. Bertram Meier gedenkt im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz der Märtyrerin Edith Stein. . (Foto: DBK/Julian Schmidt)


Kultur

Begeisterung beim Afterwork-Konzert

Gelungene Premiere in Schollbrunn: Der MGV 1867 überzeugte mit einem Afterwork-Konzert, vielfältigen Chören, Cocktails und großem Applaus.[…]
Gesellschaft

Weisbach feiert 700-jähriges Jubiläum

700 Jahre Weisbach: Festakt, Ortschronik, Festvortrag und Grußworte in Waldbrunn. Rückblick auf Geschichte, Gemeinschaft und Zukunft des Ortsteils.[…]
Gesellschaft

Kirchenchor auf großer Tour

Evangelischer Kirchenchor Waldkatzenbach beim Tagesausflug nach Straßburg: Bootsfahrt auf der Ill, Altstadtbesuch und Weinprobe in der Pfalz. […]

Umwelt

Justitia-Statue mit Waage und Schwert gegen blauen Himmel.
Top

Kein Vogelschutzgebiet im Markgrafenwald

Mit zwischenzeitlich den Beteiligten bekanntgegebenem Urteil aufgrund mündlicher Verhandlung vom 09. Juni hat die 12. Kammer des Verwaltungsgerichts Karlsruhe die Klage eines Vereins abgewiesen, die zum Ziel hatte, das Gebiet des „östlichen badischen Odenwalds“ zum besonderen Vogelschutzgebiet für den Schwarzstorch zu erklären.

[…]

Von Interesse

A919A81F-FD1D-42E8-A75E-D50E87B2A041
Gesellschaft

Kirchenchor auf großer Tour

Evangelischer Kirchenchor Waldkatzenbach beim Tagesausflug nach Straßburg: Bootsfahrt auf der Ill, Altstadtbesuch und Weinprobe in der Pfalz.

[…]

Positive Entwicklung des RCHO
Gesellschaft

Positive Entwicklung des RCHO

Unser Bild zeigt (v.li.)  Jugendwartin Teresa Hagendorn, 1. Vorstand Monika Frank-Stöhr, Kassenwart Joachim Backfisch, Beisitzer Josef Link, Ortsvorsteher Lothar Reinhard, […]