„Pforte zur Unendlichkeit“ steht in Waldbrunn

Jugendsternwarte Weisbach eingeweiht

Mit dem Teleskop lassen sich auch tagsüber verschiedene Beobachtungen durchführen. (Foto: Hofherr)

Waldbrunn. Auf der Kuppe beim ehemaligen Wasserhochbehälter bei Weisbach wurde am Samstag die Jugendsternwarte des Jugendlabor Guttenbach eingeweiht werden. Hierzu begrüßte der Vorsitzende Michael Stöhr nicht nur die vielen Helfer, die gut 2.000 Stunden ehrenamtlich mit dem Bau beschäftigt waren, sondern auch Waldbrunner Bürgermeister-Stellvertreter Heinz-Dieter Ihrig, Ortsvorsteher Reinhard Kessler, Alt-Bürgermeister Peter Kirchesch sowie Klaus Saffenreuther und Professor Dr. Jürgen Kletti von der Bürgerstiftung Mosbach.

In einer kurzen Ansprach ging Stöhr kurz auf die langwierige Entstehung der Sternenwarte ein und berichtete, dass der Bau ohne Ortsvorsteher Reinhard Kessler nicht zu realisieren gewesen wäre. Bei den Überlegungen nach einem Standort sei die persönliche Bekanntschaft zum Weisbacher Ortsvorsteher ausschlaggebend für die Entscheidung zugunsten der Kuppe bei Weisbach, die nach allen Seiten freie Sicht garantiere. Einer ersten Besichtigung vor vier Jahren und der folgenden Spendenbeschaffung habe man vor drei Jahren die erste Bauvoranfrage gestartet, die positiv beschieden wurde. Am 02. April 2012 haben man dann den „Roten Punkt“, die Baugenehmigung erhalten und konnte loslegen. In vielen Wochenendeinsätzen sei dann in vielen hundert Stunden ehrenamtlicher Arbeit die Jugendsternwarte Weisbach mit einer typischen Kuppel erbaut worden.



In der astronomischen Beobachtungsstation, die man auch tagsüber für die Beobachtung des 360.000 km entfernten Mondes nutzen kann, sollen insbesondere Jugendgruppen und Schulen für den „Himmel“ mit Planeten und Sternen begeistert werden. Spezielle Sonnenteleskope ermöglichen mittels Astrospektroskopie die Farbaufteilung des Sternenlichts. Dadurch könne man die Temperatur, den Druck, das Vorkommen bestimmter Elemente, das Alter und vieles mehr eines Sterns in der Milchstraße erkunden, berichtet Michael Stöhr.

Nachdem Stöhr den vielen freiwilligen Helfern gedankt hatte, beglückwünschte Bürgermeister-Stellvertreter den Verein Jugendlabor Guttenbach zur Einweihung der Jugendsternwarte. Für Waldbrunn und Weisbach sei die Einrichtung eine große Besonderheit, werde die Region dadurch über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

Auch Ortsvorsteher Reinhard Kessler lobte das Projekt, mit dem Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene die unbekannte, ferne Welt mit Saturnringen, Jupitermonden oder die Mondoberfläche kennenlernen können. Die geringe Lichtverschmutzung auf dem Winterhauch mache Weisbach zu einem idealen Standort für die „Pforte zur Unendlichkeit“, so Kessler weiter. Mit der Übergabe des ehemaligen Wasserhochbehälters an die Jugendsternwarte und der baldigen Versorgung mit Strom, Telefon und Internet gehe ein weiterer Wunsch der Organisatoren um Michael Stöhr in Erfüllung.

500 Jugendsternwarte Kuppel

Durch diese Kuppel können Jugendliche künftig Sonne, Mond und Sterne beobachten und so dadurch die „Pforte zur Unendlichkeit“ aufstoßen. (Foto: Hofherr)

Nach einem Grußwort von Alt-Bürgermeister Peter Kirchesch, der besonders den ehrenamtlichen Einsatz mit gut 20.000 Stunden lobte, überbrachten Klaus Saffenreuther und Professor Dr. Jürgen Kletti von der Bürgerstiftung Mosbach einen Scheck in Höhe von 5.000 Euro. Mit dem Geld wolle man ein spezielles Sonnenteleskop erwerben, dankte Michael Stöhr den Spendern.

Anschließend konnten die Gäste die Jugendsternwarte Weisbach selbst erkunden. Wegen des schlechten Wetters war allerdings kein Blick auf die Gestirne möglich.

Die astronomische Beobachtungsstation des Jugendlabors Guttenbach soll der Öffentlichkeit für astronomische Projekte von Jugendgruppen, Schulen, Vereine und Individualpersonen, zur Verfügung stehen, aber auch der Attraktionsförderung touristischer Aktivitäten im Neckar-Odenwald-Kreis dienen. Außerdem dient es europäischen Verbundprojekte zur Auffindung und Katalogisierung von Weltraummüll.

Für die Beobachtung des Himmels wurde für die Jugendsternwarte Weisbach zwei Wohncontainer mit einem runden Kuppelbau errichtet. Bis zur Anschluss an das Stromnetz erfolgt die Versorgung mit Elektrizität ausschließlich über Akkus. Um möglichst landschaftsbildschonend zu bauen, wird das Grundstück mit einheimischen Hecken und Streuobstbäumen bepflanzt.

500 Spende Buergerstiftung

Vorstizender Michael Stör (li.) nimmt von Klaus Safferling (re.) und Professor Dr. Jürgen Kletti (Mitte) einen Scheck in Höhe von 5.000 Euro entgegen. (Foto: Hofherr)

Infos im Internet:

www.julagu.de