Kinderhospizdienst informiert CDU-Politiker

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Unser Bild zeigt MdB Nina Warken (2.v.re.) mit der 1. Vorsitzenden Felizitas Zürn (Mitte), dem 2. Vorsitzenden Meinrad Edinger (li.), CDU-Kreisvorsitzenden, Bürgermeister Markus Haas (2.v.li.) und dem CDU-Kreisgeschäftsführer Jan Inhoff (re.) im Ferienhäusle des Ambulanten Kinderhospizdienstes Neckar-Odenwald-Kreis. (Foto: Hofherr)

Verein ist auf regelmäßige Spenden angewiesen

Waldbrunn. Im Vorfeld des Tages der Kinderhospizarbeit, der jährlich am 10. Februar stattfindet, besuchte eine CDU-Delegation mit der Bundetagsabgeordneten (MdB) Nina Warken, dem CDU-Kreisvorsitzenden und Bürgermeister von Waldbrunn, Markus Haas, sowie Kreisgeschäftsführer der CDU Neckar-Odenwald, Jan Inhoff, das neue Ferienhaus des Ambulanten Kinderhospizdienstes Neckar-Odenwald-Kreis, das im September vergangenen Jahres im Feriendorf Waldbrunn seiner Bestimmung übergeben wurde (KP berichtete).

Dort wurde die Delegation von der 1. Vorsitzenden Felizitas Zürn und dem 2. Vorsitzenden Meinrad Edinger vom Caritasverband Neckar-Odenwald begrüßt. Anschließend führte die Vorsitzende die Besucher durch das knapp 60 Quadratmeter große Ferienhaus, das ab sofort betroffenen Kindern und deren Familien für eine kurze Auszeit vom oftmals sehr belastenden Alltags zur Verfügung steht.

Aus einem Nachlass haben man die Immobilie erwerben und mit vielen Spendenmitteln und engagierten Handwerkern, die alle aus Waldbrunn bzw. Nachbargemeinden kommen, grundlegend sanieren können. So ist das Ferienhäuschen inzwischen barrierefrei und auch für Allergiker geeignet, berichtete Zürn stolz.

Felizitas Zürn und Meinrad Edinger ließen die CDU-Politiker wissen, dass man den Mietpreis für Vereinsmitglieder je nach Möglichkeiten der Familien subventioniere. Ganz kostenfrei könne man das Ferienhaus nicht überlassen, da man zum einen neben Energie- auch Reinigungs- sowie Unterhaltungskosten tragen müssen.

Außerdem finanziere sich ein großer Teil der Vereinsarbeit aus Spendenmitteln, mit denen man verantwortungsvoll haushalten müsse. Neben dem Ferienhäuschen auf dem Winterhauch fallen auch Kosten für die Geschäfts- und Anlaufstelle in Mosbach und das notwendige Personal an, weshalb man jedes Jahr wieder neu um Spenden werben müsse, so die Vereinsvorsitzenden.

Schon jetzt zeichne sich eine gute Belegung ab, denn neben betreuten Familien des hiesigen Kinderhospizdienstes hätten auch Vertreter von Diensten aus den Nachbarkreisen und darüber hinaus angefragt. Laut Felizitas Zürn gebe es nur noch einen Dienst, der über eine eigene Ferienimmobilie verfüge.

Auch bei den ehrenamtlichen Hospizbegleitern seien Kontrollen sehr wichtig, da diese regelmäßig Familien mit lebensbedrohlich oder lebensverkürzend erkrankten Kindern oder Eltern besuchen. Aktuell betreut der Verein 26 Familien, für die 23 Hospizbegleiter aktiv sind.

Diese Frauen und Männer kommen in der Regel einmal die Woche in die Familie. Die anfallenden Aufgaben sind dabei sehr vielfältig. So gehe es nicht nur um die Betreuung des erkrankten Kindes, denn es gibt auch Eltern, die den Hospizbegleiter bitten, sich um Geschwister des erkrankten Kindes zu kümmern, da diese Mädchen und Jungen häufig weniger Aufmerksamkeit erfahren, als die kranken Schwestern oder Brüder.

Es gibt aber auch Mütter und Väter, die für sich selbst einen freien Nachmittag brauchen, um zum Friseur oder einfach „nur“ in ein Café gehen möchten, um ein paar Stunden für sich selbst zu haben. Darüber hinaus begleitet der Kindeshospizdienst auch Familien mit pal­li­a­tiv erkrankten oder kürzlich verstorbenen Elternteilen, lassen Zürn und Edinger die Besucher wissen.

Die Begleiter werden vom Ambulanten Kinderhospizdienstes Neckar-Odenwald-Kreis selbst ausgebildet. Ein solcher Kurs, der in nächster Zeit stattfinden soll, kostet den Verein 8.000 Euro, berichtet die Vorsitzende. Auch diese Mittel müsse man durch Spenden aufbringen, da die anfallenden Kosten nur zu einem geringen Teil durch andere Kostenträger, wie Krankenkassen, aufgebracht werden.

Zu weiteren Aktivitäten des Vereins gehören vier Familiennachmittage, die für die betroffenen Familien sehr wichtig sind. Zum einen kann man sich mit anderen Familien austauschen, aber auch ein paar unbeschwerte Stunden miteinander verbringen, während andere Freizeitaktivitäten häufig wegen Arzt-, Klinik- oder sonstigen Terminen nicht möglich sind.

In der Geschäftsstelle in Mosbach, stehen mit Bettina Frisch und Elisabeth Hildenbrand zwei hauptamtlich beschäftigte Koordinatorinnen als Ansprechpartnerinnen bereit.

Sie Beratungen und unterstützen bei Lebenssituationen, in denen Kinder und Jugendliche mit Krankheit, Sterben, Tod und Trauer konfrontiert werden. Sie begleiten und betreuen neben dem erkrankten Kind auch deren Geschwisterkinder.

Neben Gesprächsangeboten für alle Beteiligten, finden die bereits erwähnten Familiennachmittage und spezielle Angebote für
die Geschwisterkinder statt. Außerdem sind sie in der Trauerbegleitung aktiv, vermitteln die Familien zu anderen Einrichtungen und
Institutionen und organisieren öffentliche Veranstaltungen zum Thema
„Kind – Krankheit, Sterben, Tod und Trauer“.

Durch diese Geschäftsstelle und die Mitarbeiterinnen entstehen ebenfalls Kosten, die der Verein regelmäßig durch das Einwerben von Spenden decken muss. Die Coronapandemie sei ein weiterer, nicht zu unterschätzender Kostenfaktor, wusste Meinrad Edinger zu berichten. Neben Tests und deren Dokumentation, entstehen Kosten für Masken und Desinfektionsmittel, denn auch die Hospizbegleiter müssen regelmäßig auf Coronainfektionen getestet werden, bevor sie „ihre“ Familien besuchen.

Hier würden kleine Institutionen ebenso behandelt, wie größere, obwohl der Aufwand für kleine Dienste dann häufig unverhältnismäßig sei, berichten die Vereinsvorsitzenden.

In diesem Zusammenhang habe sich ebenfalls ein Problem ergeben. So dürfe der Verein kein Vermögen als Sicherheit aufbauen. Die Kosten für die Gehälter der Mitarbeiterinnen könne man also nicht für zwei, drei Jahre zurücklegen, um dadurch Planungssicherheit zu haben.

Dies sei ein weitere Beispiel für die Probleme kleinerer Vereine, gaben Felizitas Zürn und Meinrad Edinger den Politikern abschließend mit auf den Weg, während die CDU-Vertreter den Vorsitzenden des Ambulanten Kinderhospizdienstes Neckar-Odenwald-Kreis für den informativen Austausch und die wertvolle Arbeit dankte und versicherten, dass sie die gewonnenen Erkenntnisse in ihre politische Arbeit einfließen zu lassen.


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