50 Jahre VfR Waldkatzenbach

Vorsitzender Sebastian Dietz (re.) und 2. Vorsitzender Hans-Jürgen Wagner (2.v.re.) mit dem neuen Ehrenmitglied Jürgen Schölch. (Foto: Hofherr)

Waldkatzenbach. Mit einem großen Festbankett begann der VfR Waldkatzenbach am Freitag die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Vereinsjubiläum. Der Vorsitzender Sebastian Dietz konnte hierzu nicht nur viele Vereinsmitglieder, darunter auch einige Gründungsmitglieder, sondern mit Landrat Dr. Achim Brötel, Bürgermeister Markus Haas, der Sportkreisvorsitzenden Dr. Dorothee Schlegel, der 2. Vorsitzenden des Turngaus Main-Neckar Uta Gallion, dem Präsident des Badischen Radsportbunds Herbert Jakob und dem Vorsitzeden des Fußballkreises Mosbach Herbert Fromm, auch zahlreiche Ehrengäste auf dem Winterhauch begrüßen.

Humorvoll ließ anschließend Kurt Heid die abwechslungsreiche Geschichte des Vereins Revue passieren. Dabei sparte er in humorvoller Weise neben den Höhen auch die Tiefen nicht aus. Er ließ die Festgesellschaft wissen, dass der VfR Waldkatzenbach bereits im Jahr 1946 erste Spuren in den Annalen der damals noch selbständigen Gemeinde hinterließ. Damals sei Hans Lipinski als Lehrer an den Katzenbuckel gekommen. Als er 1948 in eine andere Gemeinde versetzt worden war, wurde der Sportbetrieb jedoch wieder eingestellt, so Kurt Heid. Es habe dann bis ins Jahr 1964 gedauert, bevor es einer Wiederbelebung gekommen des VfR Waldkatzenbach gekommen ist. Bei der Gründungsversammlung am 01. Juli, wurde Heinrich Berwanger im Gasthaus Adler zum 1. Vorsitzenden gewählt. Gründungstrainer war Walter Schölch, während Wally Böbel der Gymnastikgruppe vorstand. Da man zunächst keinen Sportplatz besaß, spielte man auf einer Wiese im Bereich der Meisentalsiedlung, die man für „ein paar Mark und und einen Kasten Bier“ von Otto Kerber aus Oberdielbach gepachtet hatte, so Heid.

Unter Bürgermeister Heinrich Mayer genehmigte der Gemeinderat 1966 den Bau eines Sportplatzes, der 1968 mit einem großen Sportfest eingeweiht wurde. Die Presse schwärmte damals von „einer herrlich gelegenen Sportanlage am Fuße des Katzenbuckels.“ Während der Bauingenieur Franz Wahl, zwischenzeitlich zum 1. Vorsitzenden gewählt, die Planungen übernahm, war Gerhard Ratzel  als Betriebsleiter des Basaltwerks wesentlich für die Realisierung verantwortlich, hatte er dem Verein doch den kompletten Maschinenpark kostenlos überlassen. Nur ein Jahr später begann der Bau des Vereinsheims. Erneut waren die Vereinsmitglieder gefordert, mussten von den Gesamtkosten in Höhe von 300.000 DM ein Drittel, also 100.000 DM in Eigenleistung erbracht werden.




Auch sportlich ging es mit dem jungen Verein steil bergauf, ließ Kurt Heid in seiner Chronik wissen, feierte man gleich in der ersten offiziellen Spielzeit 1965/66 die Meisterschaft in der C-Klasse Mosbach und stieg somit in die B-Klasse auf. In den Folgejahren spielte man mit wechselndem Erfolg und musste sich Anfang der 70-er Jahre sogar um den Fortbestand der Mannschaft sorgen, da einige Spieler ihre Karriere beendet hatten. Mehrfach stand man auch vor dem Abstieg. Karl Schreiber war es dann zu verdanken, dass man ab Mitte des Jahrzehnts wieder nach oben blicken durfte. Als Trainer und Vorstand, aber  insbesondere als „Spielervermittler“, der hoffnungsvolle Talente aus dem Neckartal auf den Winterhauch brachte, war die sportliche Höhenflug fortan eng mit dem Namen Karl Schreibers verbunden. Nachdem man in der Saison 77/78 die Meisterschaft in der B-Klasse errungen hatte, feierte man zwei Jahre später den nächsten Titel und den Aufstieg in die Bezirksliga, wo man drei Spieltage vor Schluss sogar den Durchmarsch in die Landesliga feiern konnte. Allerdings musste man nach nur einer Saison wieder zurück in die Bezirksliga, die dann von 1982 bis 1986 sportliche Heimat der Katzenbuckel-Kicker war. 1989 durfte man dann das 25-jährige Jubiläum feiern.

Mitte der 90-er Jahre wendeten sich immer mehr Mitglieder dem Radsport zu, sodass man 1998 eine Radsportabteilung gründete, der inzwischen 190 Mitglieder angehören. Mit dem Bike-Festival rund um den Katzenbuckel und Welt- und Europameistern auf dem Mountainbike sei der VfR Waldkatzenbach über die Region hinaus bekannt, stellte Kurt Heid die Geschichte weiter vor.

Nachdem es auf dem Sportplatz nicht mehr ganz so gut lief, gründete man zunächst eine Spielgemeinschaft mit dem SV Schollbrunn, um dann nach dem Abstieg in die B-Klasse im Jahr 2010 eine Kooperation mit dem TSV Strümpfelbrunn einzugehen, die zu einer Erfolgsgeschichte wurde und bis heute Bestand hat.

Im Jahr 2014 dürfe der Verein mit insgesamt 400 Mitgliedern das 50-jährige Bestehen feiern, die stolz auf eine bewegte Geschichte zurückblicken dürften, schloss Kurt Heid seine Ausführungen.

Bürgermeister Markus Haas überbrachte die Glückwünsche der Gemeinde und lobte die vorausschauende Vereinspolitik, die bereits im Nachwuchsbereich zu Spielgemeinschaften führte und nun mit dem TSV Strümpfelbrunn bei den Senioren fortgesetzt wird. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und einem breiteren gewordenen Freizeitangebot, habe man so die Zukunft gesichert und dabei stets das Ziel vor Augen, attraktiven und erfolgreichen Fußball zu spielen und damit den hiesigen Nachwuchsspielern eine sportliche Heimat zu bieten.

Dass am Fuße des Vulkans auch das sogenannte „schwache“ Geschlecht mit ganz besonderen Kräften aufwarten könne, beweise die Damen-Fitnessgruppe, die mit dem Motto „Auf Dauer hilft nur Frauen-Power“ ein wesentlicher Bestandteil des örtlichen Sportangebots darstelle. Wie ein Blick auf die Vorstandschaft zeige, seien die Damen mit Kassiererin Anette Pröger und Schriftführerin Ute Schmitt auch auf Funktionärsebene mit „Power und Ausdauer“ präsent.

Fotoserie zum Artikel – (Fotos: Hofherr)

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Ein Lob galt auch der Nachwuchsarbeit, die beim VfR Waldkatzenbach seit vielen Jahren geleistet wird. Man knüpfe daran an, dass es Kinder dazu drängt, sich zu bewegen. Hierfür biete der Jubiläumsverein mit seinen Abteilungen und die engagierten Trainern den geeigneten Rahmen und entdecke dabei auch Talente. Doch egal wie erfolgreich die jungen Sportler werden, lernen sie doch im Verein gemäß dem Mottos des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), dass „Sport im Verein doch am schönsten ist“.

Die Bilanz in 50 Jahren VfR Waldkatzenbach könne sich also sehen lassen. Das Engagement der Mitglieder habe in den fünf Jahrzehnten das Leben im Ortsteil und in der Gemeinde mitgeprägt und mitbestimmt, lobte das Gemeindeoberhaupt Markus Haas abschließend.

Nach weiteren Grußworten standen Ehrungen verdienter und langjähriger Mitglieder auf dem Programm.

Von der Sportkreisvorsitzenden Dr. Dorothee Schlegel wurden Jürgen Schölch, Reiner Springer und Thomas Beck für ihr Engagement im Vorstand mit der Ehrennadel in Bronze ausgezeichnet. Peter Ihrig und Hans-Jürgen Wagner erhielten eine Ehrennadel in Silber.

VfR-Vorsitzender Sebastian Dietz ehrte anschließend Andreas Aehlig, Dieter Albedyhl, Thomas Beck, Wolfgang Grimm, Ewald Sigmund und Reiner Springer für ihre 25-jährige Treue zum Verein. Seit 40 Jahren sind Martin Bauer, Uwe Emig, Edgar Haas, Karl Haas, Reinhilde Heid, Uwe Hörr, Horst Klotz, Gerd Prilipp Uwe Rexroth, Rainer Schölch, Helmut Schöpwinkel, Karl Schreiber, Kurt Schwarz, Paul Seidel, Nobert Taschinski, Eugen Teller, Bernd Wagner und Herwig Zimmermann Mitglieder des VfR Waldkatzenbach. Für 50-jährige Mitgliedschaft wurden Kurt Back, Arthur Deschner, Helmut Deschner, Herbert Deschner, Hermann Deschner, Karl Deschner, Walter Dewald, Bernd Geier, Kurt Haas, Kurt Heid, Albert Kaiser, Karl Kerber, Siegfried Lenhard, Ludwig Münch, Reinhard Münch, Werner Münch, Gerhard Neureither, Walter Pröger, Jakob Schölch, Klaus Schölch, Marianne Schölch, Werner Schölch, Dieter Vogel, Franz Wagner, Bernd Weis und Horst Wieder dem Jubelverein an.

Für seine Verdienste wurde anschließend der langjährige Vorsitzende Jürgen Schölch zum neuen Ehrenmitglied des VfR Waldkatzenbach ernannt.

Für die musikalische Umrahmung des Festbanketts waren Feuerwehrkapelle und Kirchenchor Waldkatzenbach verantwortlich. Die Damen-Gymnastikgruppe steuerte eine Tanznummer bei.

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Die geehrten Mitglieder des Jubelvereins mit dem Vorsitzenden Sebastian Dietz (re.). (Foto: Hofherr)


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